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Verbundene Wohngebäudeversicherung

Bedarf

Ziel der Wohngebäudeversicherung ist, bei Beschädigung oder Zerstörung von Wohngebäuden durch versicherte Gefahren so viel Geld zu entschädigen, dass die Reparatur oder der Wiederaufbau zu Baupreisen des Schadentages vollständig möglich wird.

Demzufolge werden die unkalkulierbaren, im privaten Bereich oft existenziellen finanziellen Folgen eines Gebäudeschadens für den Versicherten abgesichert.

Die Notwendigkeit einer solchen Absicherung ergibt sich darüber hinaus aus der Tatsache, dass fast alle Wohngebäude mittels Bankdarlehen (Grundschuld/ Hypothek) überhaupt erst finanziert werden. Kommt es zu einem unversicherten Schaden am Wohngebäude, entsteht so zum Verlust des Gebäudewertes auch noch die sinnlos gewordene Belastung der Darlehensbedienung. Außerdem haben die Geld gebenden Institute zur Besicherung ihrer Grundschulden und Hypotheken ein elementares Interesse an der Versicherung des Gebäudes und setzen diese deshalb als Darlehensvoraussetzung.

Zielgruppen

Die Wohngebäudeversicherung ist ein Produkt für alle Eigentümer von Wohngebäuden, aber auch für Bauherren, die gerade ein solches Gebäude errichten, damit schon der Baukörper und anschließend sofort das fertiggestellte Gebäude versichert sind.

Die Wohngebäudeversicherung ist selbstverständlich auch für Eigentümergemeinschaften von Wohneigentum unerlässlich.

Leistungsumfang

Versicherte Sachen

Versicherungsgegenstand

Gebäude sind Bauwerke, die dazu geeignet oder bestimmt sind, Menschen und Tiere gegen äußere Einflüsse zu schützen.

Gegen die Gefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm (Hagel) kann im Rahmen der Wohngebäudeversicherung Versicherungsschutz genommen werden. Als Wohngebäude im Sinne der Bedingungen gelten die im Versicherungsschein genannten Gebäude mit ihren Bestandteilen (einschließlich des Zubehörs, das zur lnstandhaltung dient, soweit im Gebäude untergebracht oder außen angebracht), sofern diese Gebäude überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden.

Mitversichert sind auf dem Grundstück nach §1 Nr. 2 b VGB 2005 auch Klingel- und Briefkastenanlagen, Müllboxen sowie Terrassen.

Durch besondere Vereinbarungen (in den Deckungskonzepten enthalten) können zusätzlich eingeschlossen werden:

weiteres Zubehör

- gewerbliches Zubehör, wie z. B. Reklameschilder, Leuchtkästen, Geschäftsbriefkasten

sonstige Grundstücksbestandteile:

- Einfriedungen

- Antennen und Fahnenmasten

- Schwimmbecken im Freien

- Brunnen

- Hundehütte

Die Mitversicherung dieses sonstigen Zubehörs und der sonstigen Grundstücksbestandteile kann auch über Klausel 7264 erfolgen.

Garagen auf dem Grundstück sind immer pauschal mitversichert, sie müssen aber bei der Summenermittlung berücksichtigt werden.

Durch weitere Klauseln können vor allem bestimmte Wasserzu- und -ableitungsrohre zusätzlich mitversichert werden:

Im Gebäude sind die Zu- und Ableitungsrohre als Gebäudebestandteile immer versichert, die Zuleitungsrohre auch außerhalb des Gebäudes bis zur Grundstücksgrenze.

Durch die Klausel 7260 werden Wasserzuleitungs- und Heizungsrohre auf dem Grundstück, die nicht der Versorgung des versicherten Gebäudes dienen, versichert (z. B. Zuleitung zum Schwimmbecken).

Durch die Klausel 7261 werden o. g. Leitungen auch außerhalb des Grundstückes versichert, soweit sie der Versorgung des Gebäudes dienen (z. B. Überleitung der Wasserversorgung über fremde Grundstücke).

Durch die Klausel 7262 soll auch Versicherungsschutz bestehen für Ableitungsrohre außerhalb des Gebäudes auf dem Grundstück (z. B. bei aufwendigen Bruchschäden).

Zur Vermeidung von Streitfällen bezüglich der Zuständigkeit der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung gelten fest mit dem Gebäude verbundene Sachen als zum Wohngebäude gehörig, wie beispielsweise fest verklebte Teppichböden und maßgefertigte Einbaumöbel.

Nicht versicherte Sachen:

Der Einschluss ist über Deckungskonzepte möglich.

Versicherie Gefahren und Schäden

Bis auf EinbruchdiebstahlNandalismus und Raub entsprechen die versicherten Gefahren denen in der Hausratversicherung.

Es gibt nur geringe Unterschiede:

Da Rohrbruch- und Frostschäden eine besondere Bedeutung in der Gebäudeversicherung haben, stellen sie einen eigenen Schadensbereich dar (§ 7 VGB 2005).

Versicherte Schäden:

Wie in der Hausratversicherung werden auch in der Wohngebäudeversicherung versicherte Sachen entschädigt, wenn sie durch versicherte Gefahren zerstört oder beschädigt werden oder abhanden kommen. Versichert sind wieder Einwirkungs- und Folgeschäden.

Nicht versicherte Gefahren und Schäden:

Allgemeine Ausschlüsse (wie in der Hausratversicherung)

- vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten des Versicherungsnehmers

- Kriegsereignisse, innere Unruhe, Erdbeben

- Kernenergie

Feuer:

- Nutzwärmeschäden

- Sengschäden (wie Hausratversicherung)

- Kurzschluss- und Überspannungsschäden (Wie Hausratversicherung)

Leitungswasser, Rohrbruch und Frost sowie Sturm/Hagel:

- nicht bezugsfertige oder umzubauende Gebäude

- Schäden aus dem Bereich "Feuer"

Leitungswasser:

- wie Hausratversicherung

Rohrbruch und Frost:

- Schäden durch Erdfall oder Erdrutsch

Sturm/ Hagel:

- wie Hausratversicherung

- Schäden durch Leitungswasser und Rohrbruch

Weitere Klauseln

Klausel 7160:

Mitversicherung von Überspannungsschäden durch Blitz. Diese Versicherung ist besonders wichtig für die empfindliche und teure Hauselektronik. Die Entschädigung ist begrenzt auf 1 % der Versicherungssumme 1914 (siehe hierzu S. 166) multipliziert mit dem Anpassungsfaktor.

Klausel 7161:

Einschluss von Nutzwärmeschäden.

Klausel 7361:

Gebäudebeschädigungen durch unbefugte Dritte im Zusammenhang mit einem Einbruchdiebstahl oder dem Versuch eines solchen. Schäden, die von außen am Gebäude verursacht werden, sind ausdrücklich nur im Zusammenhang mit dem Einbruchdiebstahl gedeckt. Reine Graffitischäden sind hierüber nicht versichert, können aber über Klausel 7366 abgesichert werden.

Elementarschäden:

Schäden wie:

können über die besonderen Bedingungen für die Versicherung weiterer Elementarschäden in der Wohngebäudeversicherung (BEW 2005) versichert werden.

Versicherte Kosten (nach § 2 VGB 2005)

Wie in der Hausratversicherung sind bestimmte Kosten dann mitversichert, wenn sie als unmittelbare Folge eines ersatzpflichtigen Sachschadens in der Wohngebäudeversicherung entstanden sind. Gerade die Mitversicherung von Kostenarten spielt in der Wohngebäudeversicherung eine wichtige Rolle, da die Kostenschäden naturgemäß sehr hoch ausfallen können.

Unbegrenzt versicherte Kosten:

1. Schadenabwendungs- oder Schadenminderungskosten (wie in jeder Schadensparte),

2. Mehrkosten infolge Preissteigerungen:

Begrenzt versicherte Kosten:

1. Aufräumungs- oder Abbruchkosten (inklusive Transport und Entsorgung),

2. Bewegungs- oder Schutzkosten (irgendwelche Sachen müssen bewegt oder geschützt werden zur Wiederherstellung versicherter Sachen),

3. Mehrkosten infolge behördlicher Auflagen (z. B. zum verstärkten Wärmeschutz),

Entschädigungsgrenze in der gleitenden Neuwertversicherung sind jeweils 5 % der Versicherungssumme 1914 multipliziert mit dem Anpassungsfaktor.

Nicht versicherte Kosten:

Nicht versichert sind wie in der Hausratversicherung die Feuerlöschkosten, wenn Löscharbeiten im öffentlichen Interesse waren, was bei einem Brandschaden immer der Fall ist. Der Versicherungsnehmer erhält darüber von der Feuerwehr auch keine Rechnung.

Mietausfall

Die Kosten des Mietausfalls werden ersetzt, wenn nach einem Versicherungsfall das versicherte Gebäude vorübergehend nicht nutzbar ist.

Mietausfall im Rahmen der Wohngebäudeversicherung
Versichert ist der

Mietausfall einschließlich forlaufender Nebenkosten bei vermietetem Wohnraum

oder

ortsübliche Mietwert von selbst genutztem Wohneigentum ohne Nebenkosten (wenn die Wohnung vollständig unbewohnbar ist)

Getragen werden die Kosten, bis die Wohnräume wieder nutzbar sind, jedoch längstens für eine Dauer von 12 Monaten.

Der Mietausfall für gewerblich genutzte Räume ist gesondert zu versichern.

Versicherungsformen

System der gleitenden Neuwertversicherung:

Die gleitende Neuwertversicherung ist eine Methode, um das Ziel der Wohngebäudeversicherung, nämlich die vollständige Wiederherstellung des versicherten Gebäudes in gleicher Größe, Art und Güte zu den am Schadentag geltenden ortsüblichen Neubauwerten (Baupreisen) zu erreichen. Durch die permanente Inflation besteht immer die Tendenz zur Unterversicherung, wodurch die vereinbarte Versicherungssumme geringer wird als der wachsende Versicherungswert. Eine volle Entschädigung ist so nicht mehr möglich.

Innerhalb der gleitenden Neuwertversicherung wird eine gleichbleibende Versicherungssumme 1914 gewählt, die genau dem ermittelten Versicherungswert 1914 entspricht. Eine Unterversicherung wird hierdurch vermieden.

Das Basisjahr 1914 wurde gewählt, weil in diesem letzten Vorkriegsjahr die Währung (Reichsmark) vergleichsweise stabil war (Hinterlegung des Geldwertes mit Gold).

Durch einen sich verändernden gleitenden Neuwertfaktor (Anpassungsfaktor) wird die Versicherungsprämie 1914 an den heutigen erforderlichen Regulierungswert (= ortsüblicher Neubauwert) angepasst.

Zu jedem Schadenzeitpunkt erhält der Versicherungsnehmer eine Entschädigungsleistung, die es ihm ermöglicht, das Wohngebäude in gleicher Art, Größe und Ausstattung am gleichen Ort mit den dann geltenden Bauprelsen wieder zu errichten.

Methoden zur Ermittlung der Versicherungssumme 1914:

Zur Vermeidung von Unterversicherung wegen falscher Wertermittlung werden drei verschiedene Verfahren angewendet, um die richtige Versicherungssumme, die dem Versicherungswert entsprechen muss, festzustellen. Wird die so ermittelte Versicherungssumme dem Vertrag zugrunde gelegt, kann der Versicherer den Unterversicherungsverzicht bis zur Versicherungssumme aussprechen.

Wertermittlungsverfahren in der Wohngebäudeversicherung
3 Verfahren zur Vermeidung von Unterversicherung

1. Gutachten eines Bausachverständigen

2. Schätzung nach Wohnfläche oder umbautem Raum und Ausstattungsmerkmalen

3. Umrechnung des Gebäude- Neubauwertes auf den VW 1914

Letztgenannte Variante findet Anwendung, wenn dem VN der Herstellungspreis aus dem Jahr des Neubaus bekannt ist. Gemäß dem Baupreisindex dieses Jahres kann die Versicherungssumme 1914 wie folgt ermittelt werden:

Versicherungssumme in Mark 1914 = Neubauwert im Jahr des Neubaus * 100 / Baupreisindex dieses Jahres

Bei diesem Verfahren ist auf die Baunebenkosten besonders zu achten, da diese im Neubaupreis u. U. nicht enthalten sind.

Ist dem VN der Neubaupreis nicht bekannt, kann die Bewertung nach Wohnfläche und Ausstattungsmerkmalen erfolgen. Die VU stellen hierfür einen speziellen Summenermlttlungsbogen zur Verfügung.

Besondere Bedeutung haben hierbei Größe (qm Wohnfläche), Ausbau (Keller-, Dachgeschossausbau) und Ausstattungsmerkmale (Verwendung höherwertiger Baustoffe) des Gebäudes.

Entschädigungsleistungen für Sachen

Versicherungswerte:

Der Versicherungswert einer versicherten Sache ist der Wert zum Zeitpunkt des Schadeneintritts. In der gesamten Sachversicherung sind folgende Versicherungswerte zu unterscheiden:

Beispiel:

Eine generelle Neuwertentschädigung sogar zum Wiederbeschaffungspreis ist im Bereich der Hausratversicherung vereinbart. Die Zeitwert-Entschädigung ist in der Wohngebäude-Versicherung vorgesehen, wenn das zerstörte Gebäude nicht wieder aufgebaut wird.

Grundsätzlich stellt die vereinbarte Versicherungssumme die Höchstleistungsgrenze des VU dar. ist die Versicherungssumme im Verhältnis zum Versicherungswert zu niedrig angesetzt, entsteht eine Unterversicherung. Die Entschädigung erfolgt in folgendem Verhältnis (§ 56 WG):

Entschädigung = Schaden x Versicherungssumme / Versicherungswert

E = S x VS / VW

Unterversicherungsverzicht in der Wohngebäudeversicherung (§ 12 Nr. 3 VGB 2005):

Wird die Versicherungssumme 1914 nach den o. g. Methoden ermittelt, so nimmt der Versicherer keinen Abzug bei eventueller Unterversicherung vor.

Diesen Vorteil verliert der Versicherungsnehmer, wenn seine Angaben über Größe bzw. Ausstattung des Gebäudes vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtig waren.

Dieser Vorteil erlischt auch, wenn nach Vertragsschluss Erhöhungen der Wertsubstanz durch Um- und Anbauten sowie Modernisierungen vorgenommen wurden. Diese "Wertsteigerungs-Unterversicherung" ist nur durch ständige Nachversicherung zu verhindern.

Wiederaufbaubestimınungen (§ 26 Nr. 7 VGB 2005):

Der Neuwertanteil wird nur dann zur Zahlung fällig, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von drei Jahren nach dem Schadentag mit dem Wiederaufbau des Gebäudes an gleicher Stelle begonnen hat.

Beitragsermittlung

Tarifaufbau und -anwendung

Tarifierungsmerkmale

Neben der gewünschten Versicherungssumme beeinflussen folgende Faktoren die Höhe des Beitrags (ggf. sind Zuschläge zu vereinbaren).

Feuerversicherung:

- Betriebsart (Wohn-, Geschäfts-, Betriebsgebäude)

- Bauartklasse (Bauweise in Beton, Stein-Hartdach; Bauweise in Holz- weiche Dachung etc.)

- räumliche und bauliche Trennung

Leitungswasserversicherung:

Gebäude mit Schwimmbecken, Klimaanlage, Fußbodenheizung, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen.

Sturmversicherung:

- regionale Einteilung in Sturmzonen

- Bauweise

Ferner ist nach der Nutzungsart in ständig bewohnte Gebäude einerseits und Ferien- bzw. Wochenendhäuser andererseits zu unterscheiden.

Beitragsermittlung:

Der ermittelte Versicherungswert 1914 entspricht der Versicherungssumme 1914. Der Beitrag ergibt sich dann aus der Multiplikation von Versicherungssumme 1914 mit dem Beitragsatz entsprechend den versicherten Risiken, Tarifzonen und eventuellen zusätzlichen Einschlüssen und Zuschlägen.

Versicherungssumme 1914 x Beitragssatz = Nettobeitrag 1914

Der Nettobeitrag 1914 ergibt multipliziert mit dem heutigen Anpassungsfaktor den heutigen Tarifbeitrag, abzüglich eines eventuellen Dauerrabattes und zuzüglich eines eventuellen Ratenzuschlages und der Versicherungssteuer von 17,75 %.

Beıspiel fur die Ermittlung der Versicherungssumme 1914 nach qm Wohnfläche

Hier folgt in Kürze ein Berechnungsprogramm für die Ermittlung der Versicherungssumme 1914 nach qm Wohnfläche

Aufbau und Inhalt der Anträge

Aufbau und Inhalt der Anträge werden entsprechend den Beispielen der einzelnen Gesellschaften gestaltet.

Annahmerichtlinien:

Die Annahmerichtlinien hängen immer vom jeweiligen Versicherer ab.

Wie in jeder Sparte sind natürlich Risiken mit mehreren Vorschäden anfragepflichtig.

Nicht versicherbar sind regelmäßig Wohngebäude in einem schlechten baulichen Erhaltungszustand.

Obliegenheiten nach dem Versicherungsfall

1. Schadenabwendung und -minderung:

- Der Versicherungsnehmer hat den Schaden, wenn möglich, abzuwenden und den Umfang zu mindern.

- Weisungen des Versicherers sind dafür einzuholen und zu befolgen.

2. Feststellung des Schadens dem Grunde nach:

- Der Schaden ist unverzüglich anzuzeigen.

- Zur Aufklärung sind dem Versicherer wieder alle notwendigen Auskünfte und Belege zu übermitteln.

3. Ermittlung der Schadenhöhe:

- Erfolgt durch geeignete Nachweise wie Belege und vor allem Reparaturrechnungen und auch Kostenvoranschläge.

Feuer-Rohrbruchversicherung

Die Feuer-Rohbauversicherung dient der Absicherung des in Bau befindlichen Gebäudes gegen alle Feuerschäden von Baubeginn bis zur Bezugsfertigkeit. Mitversichert sind vom Versicherungsnehmer beschaffte und auf dem Grundstück gelagerte Baustoffe und -teile, für die er auch die Gefahr trägt.

Im Zusammenhang mit einer Wohngebäudeversicherung wird die Feuer-Rohbauversicherung dieser beitragsfrei bis zu 12 Monate vorgeschaltet. Der nahtlose Übergang bei Fertigstellung in die Gebäudeversicherung ist somit gewährleistet.

Besonderheiten

Gefahrerhöhung

Neue Risiko erhöhende Gefahrumstände sind dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen. Dazu gehören nach § 23 VGB 2005:

1. Änderung eines Umstandes, nach dem im Antrag gefragt wurde,

2. Nichtnutzung eines Gebäudes,

3. Baumaßnahmen mit Notdach oder überwiegender Unbenutzbarkeit,

4. Aufnahme oder Veränderung eines Gewerbebetriebes in dem Gebäude.

Sicherheitsvorschriften (§ 24 VGB 2005)

Einzuhalten sind als vertragliche Obliegenheiten vor dem Versicherungsfall:

1. alle gesetzlichen, behördlichen oder vereinbarten Sicherheitsvorschriften,

2. alle versicherten Sachen, insbesondere Wasserleitungen, Dächer und außen angebrachte Sachen, sind stets in ordnungsgemäßem Zustand zu halten, wobei Mängel unverzüglich zu beseitigen sind,

3. nicht genutzte Gebäude oder Gebäudeteile sind genügend häufig zu kontrollieren, Wasser führende Anlagen zu sperren bzw. zu entleeren,

4. in der kalten Jahreszeit sind alle Gebäude genügend zu beheizen bzw. Wasser führende Anlagen sind zu sperren oder zu entleeren.

Die Obliegenheitsverletzung kann bei Kausalität mit dem Versicherungsfall zur fristlosen Kündigung mit Leistungsfreiheit des Vertrages führen.

Eigentumswechsel
Besonderheiten bei Veräußerung versicherter Wohngebäude:

Nach WG §§ 95-98 geht bei Veräußerung der Versicherungsschutz automatisch auf den Erwerber über - mit allen Rechten und Pflichten des bisherigen Versicherungsnehmers.

Für den Beitrag der laufenden Versicherungsperiode haften alter Versicherungsnehmer und Enıverber gesamtschuldnerisch. Kündigt der Erwverber, dann muss der bisherige Versicherte allein für die Prämien einstehen.

Erst mit dem Eintrag in das Grundbuch erfolgt der Eigentumswechsel und damit auch erst der Übergang der Wohngebäudeversicherung.

Bisheriger Versicherungsnehmer und Erwerber haben die Pflicht, den Eigentumswechsel beim Versicherer anzuzeigen. Bei Verletzung kann Leistungsfreiheit eintreten.

Der Enıverber muss sein außerordentliches Kündigungsrecht innerhalb von einem Monat nach Eigentumsübergang bzw. Kenntnis vom Vertrag ausüben, entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ende der laufenden Periode.

Auch der Versicherer besitzt anlässlich der Veräußerung ein außerordentliches Kündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Zugang der Änderungsanzeige mit einer Frist von einem weiteren Monat.

Besonderheiten bei Erbfolge und Schenkung:

Hier erfolgt der Eigentumsübergang mit dem Tod des Erblassers, es ist ein Erwerb kraft Gesetzes. Damit tritt der Erbe ohne außerordentliches Kündigungsrecht in alle Rechte und Pflichten des Erblassers als Versicherungsnehmer des Wohngebäudevertrages ein.

Die vorweggenommene Erbfolge gilt rechtlich als Veräußerung; es wird ein notarieller Vertrag zwischen Erblasser und Erben geschlossen.