Versicherungsoptimierer.net - Finanzlexikon - Q

Finanzlexikon - Q

Quaadschilling (debased shilling):

In älteren Dokumenten eine niederländische Silbermünze im Nennwert von einem Schilling. Ihr Metallwert, gemessen im Silberpreis, lag jedoch unter dem Nennwert.

– Siehe Abmangel, Auswurfgeld, Doublé-Münze, Gequetschte, Geschaugeld, Katzengeld, Münzpflege, Passiergewicht, Remedium, Scheidemünze, Wardein.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Qualitätsänderungen (quality change bias):

Bei der Messung der Inflation das Problem, dass sich in einer marktgesteuerten Volkswirtschaft das Güterangebot laufend verändert (increasing product differentiation: a development toward additional and supplementary as well as improved goods), und dass solche Wandlungen eingerechnet werden müssen. Dabei unterscheidet man

1. Verbesserungen bei einem bestehenden Produkt, etwa: ein Kühlschrank mit niedrigerem Stromverbrauch (refrigerator with lower electricity consumption) kommt auf den Markt und

2. ein Gut wird durch ein anderes mit gleichem Verbrauchernutzen teilweise oder ganz ersetzt, etwa: Mikrowellengerät (microwave [device], "nuker") anstatt Elektro- oder Gasherd, USB-Stick anstelle der CD.

– Siehe Beschaffungs-Umschichtungen, Bio-Aufschlag, Inflationsmessung, Preisindex der Lebenshaltung, Produktneuheiten, Qualitätssteuerung, Rampe, Reizschwelle.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 2014, S. 46 (Messprobleme der Verbraucherpreise aufgrund von Qualitätsänderungen und neuer Produkte).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Qualitätssteuerung und Qualitätsmanagement (value engineering):

In Bezug auf den Finanzsektor die planvolle, durchdachte Suche nach Möglichkeiten, ein Finanzprodukt zu verbessern und möglichst in einem auch Kosten zu senken (a methodical exploration for various possible arrangements to improve a financial product, accompanied by the search for ways that will reduce costs).

– Siehe Finanz-Alchemie, Finanzinnovation, Finanzinstrumente, Financial Engineering, Investition, Portfolio-Optimierung, Kreïrung, Qualitätsänderungen, Zertifikateschneider.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quantitative Easing (so auch meistens im Deutschen, seltener mit Mengenmässige Lockerung übersetzt):

Politik einer Zentralbank, die allein oder doch vorwiegend auf die Bereitstellung einer von ihr ins Auge gefassten Geldmenge, und nicht oder kaum auf Zinssätze ausgerichtet ist. - In Zeiten von Finanzkrisen wie in Japan nach 1990 und weltweit 2009 scheint diese Politik das geeignete Mittel, um eine Kreditklemme zu vermeiden und eine Rezession abzufedern. - Im einzelnen unterscheidet man mehrere Wege, nämlich die Zentralbank

1. kauft Staatsanleihen, wodurch die Geldmenge ausgeweitet wird; zugleich soll durch die erhöhte Nachfrage am Kapitalmarkt die Renditen der langfristigen Papiere gesenkt und ein Druck auf das Zinsniveau gesamthaft ausgeübt werden;

2. kauft Unternehmensanleihen und Commercial Papers. Damit wird die Liquiditätsversorgung der Unternehmen trotz einer Liquiditätsklemme unmittelbar von der Zentralbank gewährleistet. Diese Form der Mengenmässigen Lockerung wurde - neben dem Kauf von Staatsanleihen - im Frühjahr 2009 von der US-Notenbank gewählt, wiewohl hierdurch nicht emissionsfähige und auf Bankkredite angewiesene kleinere und mittlere Unternehmen benachteiligt werden, also offenkundig eine Wettbewerbsverzerrung (unfair competition) bewirkt wird;

3. kauft gedeckte Schuldverschreibungen, an deren Güte besondere Anforderungen - wie Ratingstufe, Zulassung als Sicherheit bei der Zentralbank, Höhe des Emissionsbetrags der jeweiligen Begebung - gestellt werden; Institute können damit diese zinstragenden Papiere gegen Zentralbankgeld tauschen. Die EZB kaufte so im Juli 2009 für 60 Mia EUR forderungsbesicherte Anleihen (Covered Bonds wie Pfandbriefe) von den Banken;

4. kauft keine Wertpapiere, sondern nimmt diese als Pfand für die Bereitstellung von Liquidität (central bank money; Zentralbankgeld) von Banken herein. Gleichzeitig lockert sie die Anforderungen an die notenbankfähigen Sicherheiten (papers eligible for refinancing with central bank) und dehnt die Zeit aus, bis zu welcher die Banken diese Kredite an die Zentralbank zurückbezahlt werden müssen (repo transactions; Repo-Geschäfte). Diese Art der mengenmässigen Lockerung betrieb die EZB, ehe sie im Juni 2009 auch Pfandbriefe und Covered Bonds im Gesamtbetrag von 60 Mia EUR ankaufte. Man nennt die beschriebene Variante auch "passive mengenmässige Lockerung" (enhanced credit support policy). Sie gilt als die beste Form des Quantitative Easing. Denn allein schon die zeitliche Befristung der liquiditätszuführenden Refinanzierungsgeschäfte bewirkt hier, dass die bereitgestellte Liquidität mit Ende er Laufzeit wieder aus dem System abfliesst: dass also das geschöpfte Geld zur Zentralbank zurückkehrt (automatic exit operation). Freilich glaubte die EZB erstmals im Mai 2010 im Zuge der Griechenland-Krise auch Staatsanleihen aufkaufen zu müssen, weil zu diesem Zeitpunkt ein Zusammenbruch des Finanzsystems vor der Tür stand.

– Der Pferdefuss (drawback) jeder Art der Politik der Mengenmässigen Lockerung liegt darin,

1. dass die Banken die ihnen zugeleitete Liquidität häufig nicht - wie ja durch die Massnahme beabsichtigt - zur Darlehnsgewährung an Kunden einsetzen, sondern ihre finanziellen Reserven damit aufpumpen oder gar das billige Geld im Ausland zinsbringend anlegen. Das Geld kommt daher letztlich nicht in der Realwirtschaft an, wie durch die Massnahme ja eigentlich beabsichtigt. Investitionen werden jedenfalls durch Quantitative Easing kaum angeregt. Zudem

2. bringen die so künstlich niedrig gehaltenen Zinsen den Sparern eine Einbusse. Man errechnete, dass infolge der Diätrendite allein bei Bankeinlagen den Bundesbürgern pro Jahr 36 Mia Euro verloren gingen, und diese damit in erheblichem Ausmass zur Bewältigung der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise beitragen mussten.

3. Schliesslich lehrt die Finanzgeschichte unzweifelhaft, dass billiges Geld über kurz oder lang in spekulative Blasen mündet.

– Siehe Anmassung, zentralbankliche, Aufkäufe, zentralbankliche, Bazooka, Bilanzbereinigung, Blutzoll, Carry Trades, Covered Bonds, Defizit-Finanzierungsverbot, Diätrendite, Dreijahrestender, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Finanzkrise, Lasten, Friedman-These, Geldverleiher letzter Instanz, Kreditklemme, Kreditunterstützung, erweiterte, Larghezza, Liquiditätsfalle, Mengentender, Sicherheiten, marktfähige, Südfront, Tarnkappen-Politik, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Verlust-Darlehn-Beziehung, Vollzuteilung, Zwölfmonatstender.

– Vgl. Geschäftsbericht 2008 der Deutschen Bundesbank, S. 34 ff. (Bereitstellung von Liquidität durch die EZB in der Finanzkrise), Monatsbericht der EZB vom März 2009, S. 31 ff. (Übersichten 2004-2008), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 113 ff. (Darstellung der Massnahmen im Zuge der Liquiditätsbereitstellung während der Finanzkrise), Monatsbericht der EZB vom Juni 2009, S. 37 ff. (Massnahmen der EZB im Einzelnen; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Juli 2009, S. 85 ff (Geldpolitik der EZB während der Finanzkrise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 37 ff. (Auswirkungen des ersten längerfristigen Refinanzierungsgeschäftes mit einjähriger Laufzeit), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2009, S. 46 (Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen durch die EZB; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2009, S. 39 ff. (Liquiditätsversorgung August 2007 bis 2009; Übersichten), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 34 ff. (Wirkung des Quantitative Easing; Übersichten), Jahresbericht 2009 der EZB, S. 17 f. (Aufzählung und Wertung der Sondermassnahmen), Finanzstabilitätsbericht 2009, S. 93 ff. (Beurteilung aller geldpolitischen Sondermassnahmen; ausführliche Darstellung; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Januar 2010, S. 67 ff. (Geldpolitik der EZB in der Finanzkrise; Aufzählung und Beurteilung einzelner Massnahmen), Monatsbericht der EZB vom Juni 2010. S. 24 ff. und S. 33 ff. (dramatische Lage an den Finanzmärkten machte rasches Eingreifen der EZB nötig), Monatsbericht der EZB vom August 2010, S. 34 ff.(Programm zum Ankauf von gedeckten Schuldverschreibungen beurteilt; Übersichten), Jahresbericht 2010 der EZB, S. 19 ff. (summarische Darstellung der Massnahmen mit Begründung), Finanzstabilitätsbericht 2011, S. 21 f (Vollzuteilung bei den Refinanzierungsgeschäften der EZB wird beibehalten).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quantitative Impact Studies, QIS (in der Abkürzung so auch im Deutschen):

Stress-Test für Versicherungen.

– Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 55 (Bericht über die Berechnungen nach den neuen Bewertungs-Grundsätzen), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 56 (Vorschläge der Financial Requirements Expert Group) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Internationales".

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quantitätstheorie (quantity theory):

In ihrer einfachen Form die Feststellung, dass bei Vermehrung der Geldmenge bei gleicher Umlaufsgeschwindigkeit die Güterpreise steigen, wenn sich nicht auch gleichzeitig das Handelsvolumen (trading volume: the total quantity goods available in a certain period) erhöht hat.

– Siehe Geldmenge, Geldmengen-Fetischismus, Inflation.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2005, S. 18 ff. (langfristige und kurzfristige Betrachtung), Monatsbericht der EZB vom Februar 2014, S. 89 ff. (Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation; Übersichten).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quanto (so auch im Deutschen gesagt; Abkürzung von quantity adjusted option):

Bei einem strukturierten Finanzprodukt ist hier die Handelswährung, angenommen: EUR, eine andere als die Währung des Basiswertes (reference base: der Bezugsbasis; angenommen: USD). Allerdings ist das Risiko eines ungünstigen Wechselkurses bei Vertragsfälligkeit durch ein Sicherungsgeschäft ausgeschaltet. Der Preis des Produktes wird somit allein vom Marktwert der Bezugsbasis - im Beispiel also in USD gerechnet - beeinflusst. - Die Kosten der Währungsabsicherung hängen dabei im Wesentlichen ab

1. vom Preis des Basiswertes in der Vertragswährung,

2. der Zinsdifferenz zwischen der Handelswährung (EUR) und Vertragswährung (USD) sowie

3. von der Volatilität (Schwankungsbreite; margin of fluctuation) des Basiswertes und der gewählten Vertragswährung (currency of the contract).

– Siehe Composite, Erfüllungsrisiko, Herstatt-Risiko, Kurssicherung, Nettozinsdifferenz, Option, exotische, Swapsatz, Zertifikat.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quantum (share):

In älteren Dokumenten der Geldbetrag oder der Vermögenswert, der bei einem gemeinsamen geschäftlichen Vorhaben von jedem Beteiligten einzubringen ist.

– Siehe Aktie, Einschuss.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Qard al-Hasan (so auch im Deutschen gesagt):

Im Islamic Banking versteht man darunter ein zinsloses, zweckgebundenes Darlehn an Arme. In der Regel bedarf es zur Gewährung eines solchen Darlehns der Empfehlung einer religiösen Behörde; auch sind die Kredite im Normalfall besichert. Sie werden grundsätzlich nicht für konsumtive Zwecke eingeräumt, sondern meistens zum (Wieder)Aufbau von Häusern und Wohnungen, zu Heilbehandlungen des Verdieners (breadwinner: Ernährer einer Familie) sowie neuerdings oft auch als monatliche Beihilfe zum Erwerb einer handwerklichen Ausbildung.

– Siehe Ijara, Istisna, Mudaraba, Murabaha, Musharaka, Salam, Sukuk, Zinsverbot.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quarantänegeld (quarantine dues):

Zahlungen die fällig werden, wenn ein Schiff aus seuchenhygienischen Gründen auf behördliche Anordnung (for disease-hygienic reasons due to official order) einen Hafen nicht anlaufen darf und auf See ankern muss; siehe § 621 HGB.

– Siehe Pratikageld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quartiergeld auch Landsknechtsgeld (billet compensation):

Vom Staat bezahlte Vergütung bei Einquartierung (billeting: zwangsweise Beherbergung in Privathaushalten) von Soldaten. - Bis ins 19. Jht. war es üblich, Militairpersonen in Haushaltungen unterzubringen. Dies ging regelmässig einher mit

1. hohen, durch das Quartiergeld kaum abgedeckten finanziellen Belastungen der Quartiergeber

2. Verwüstung von Privateigentum (demolition of private property) und

3. in Kriegszeiten allerlei Belästigungen wie Schwedentrunk (Swedish drink: Eingiessen von Jauche in den Magen, was zu einem langsamen und äusserst qualvollen Tod führte), Dragonaden (dragonnades: Belegung des Hauses durch ungesittete, lasterhafte Reitersoldaten, die Eigentum und Gesundheit der Bewohner mutwillig zerstörten, alles Brauchbare stahlen sowie selbst Kinder sexuell missbrauchten [abused sexually with pleasure and encouraged by comrades even little boys and girls]) einher.

– Ab der Mitte des 19. Jhts. wurde auf Druck der Volksvertreter in den meisten Ländern daher der Bau von Kasernen (CH: Kantonnements; barracks: a set of buildings for lodging soldiers) vorangetrieben.

– Siehe Lagergeld, Kavalleriegeld, Manubien, Marschroutengeld, Obristen-Darlehn, Satisfaktionsgeld, Servicegeld, Tafelgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quasgeld (feast pay):

In alten Dokumenten eine regional übliche Abgabe für einen Quas (ceremonial meal, banquet: Festmahl, Gala-Essen, Bankett), früher in der Regel von einer Zunft an einem bestimmten Tag jährlich veranstaltet.

– Siehe Tafelgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quästur (bursary; State police):

1 An Universitäten eine Organisationseinheit, welche die gesamthafte Finanzgebarung vom Rechnungseingang bis zum Berichtswesen abwickelt.

2 Behörde, die - vor allem in Südtirol - die Strassenbenutzungsgebühr (road toll) einzieht und verwaltet.

3 In Italien (und damit auch Südtirol; South Tyrol, Trentino-Alto Adige) eine Direktion der Staatpolizei.

– Siehe Hörergeld, Maut, Relegationsgebühr.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quatembergeld auch Quartalgeld (quarterly payment):

1 Alte Bezeichnung für jederart vierteljährliche Besoldung, früher insbesondere für Pfarrer, Glöckner, Küster und Hebammen.

2 Ehemals die von einem Bergwerks-Betreiber an die Bergbehörde für die Abbaurechte (mining rights) zu zahlende vierteljährlich fällig werdende Gebühr (repayable in quarterly fee).

3 Im deutschen Gesundheitssystem (German health care system) teilweise eine vierteljährlich zu zahlender besonderer Beitrag in die Krankenkasse.

– Siehe Ablassgeld, Annaten, Beichtgeld, Dispensationsgeld, Kathedralgeld, Kerzengeld, Kirchgeld, Marktgeld, Opfergeld, Palliengeld, Peterspfennig.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Querformat-Titel (landscape paper):

Wenn nicht anders definiert, so meint man damit eine Aktie. Gemäss den Richtlinien für den Druck von Wertpapieren werden Aktien im Querformat (landscape format) DIN A4 herausgegeben. Eine Ausnahme gilt grundsätzlich für Vorzugsaktien. Diese werden regelmässig im Hochformat (portrait format, high size) gedruckt.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quersubventionierung (cross-subsidisation):

1 In einem Verbund von Unternehmen (Konzern; corporate group) seitens der Konzernleitung (central management) der Ausgleich der Verluste eines Konzernbetriebs aus den Gewinnen anderer Betriebe. - Volkswirtschaftlich ist dies schädlich, weil diesfalls nicht der günstigste Anbieter (most efficient offerer: der Hersteller mit den geringsten Kosten) auf dem Markt zum Zuge kommt; mit anderen Worten knappe Ressourcen vergeudet (squandered) werden.

2 Innert eines Unternehmens mit Herstellung verschiedener Erzeugnisse die Begleichung der Verluste aus einem Geschäftsfeld durch die Gewinne aus einem anderen. Auch hier wird der Wettbewerb gestört, und das Gut kommt nicht mit den geringst möglichen Kosten auf den Markt, knappe Faktoren werden verschwendet.

3 Die Unterstützung bonitätsschwacher Adressen durch eine Bank dadurch, dass sie diesen für Darlehn den gleichen Zins in Rechnung stellt wie für bonitätsstarke Kunden (clients with a strong credit rating). Zur Vermeidung dessen verlangen die Aufsichtsbehörden eine risikobezogene Bepreisung (risk-orientated pricing) aufgrund eines geeigneten Beurteilungs-Verfahrens.

4 Vor allem bei öffentlichen Versorgungsbetrieben eine Tarifgestaltung (tariff fixing), die so angesetzt ist, dass einkommensschwache Personen zu einem ermässigten Tarif bedient werden können (using the revenues from one consumer group to subsidise the tariffs paid by another; this way is commonly used in water, power and other public services to ensure affordable tariffs for the poorer customers). Der Nachteil einer solchen Politik liegt darin, dass sich die Subventionierten nicht preisgerecht verhalten (do not act economically) und das für sie billige Gut (the heavily subsidised item) vergeuden.

– Siehe Gewinnverlagerung, Kontohopper, Moral Hazard, Rating, Risikoadjustierung, Profit Centre.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Qick Fix (so auch im Deutschen gesagt):

Wenn nicht anders definiert, die Änderungsrichtlinie der EU-Kommission zur Einführung von Solvency-II. Ursprünglich sollte Solvency-II zum 1. November 2012 in Kraft treten. Quick Fix hatte den Termin für die nationale Umsetzung der Richtlinie auf den 30. Juni 2013 und den Anwendungsbeginn auf den 1. Januar 2014 verschoben. Wegen einer Reihe strittiger Entscheidungsfragen gelten jedoch auch diese Termine als überholt.

– Vgl. Jahresbericht 2012 der BaFin, S. 59 f. (ursprünglicher Zeitplan; entscheidende Omnibus-II-Richtlinie verzögerte sich; Anwendbarkeit von Solvency-II wahrscheinlich frühestens 2016), Jahresbericht 2013 der BaFin, S. 118 f. (Zeitplan zur Einführung von Solvency-II; Einigung über Omnibus-II-Richtlinie).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quickgeld (cattle impost; Quickland money):

1 In alten Dokumenten eine Abgabe für Viehhalter, in der Regel nach der Anzahl der Tiere berechnet.

2 Zahlungsmittel in der virtuellen Welt (virtual community) "Quickland".

– Siehe Bitcoins, Bubengeld, Bitcoins, Gelddauerspielerei, Linden-Dollar, Netzgeld, Pferdegeld, Spielgeld, Verrechnungsgeld, Viehgeld, Zugtiergeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Qick Ratio und Acid Test (so auch im Deutschen gesagt; quick [assets] = flüssige Mittel; mitunter auch Liquidität zweiten Grades):

Kennziffer zur Bestimmung des Liquiditätsgrades eines Unternehmens. Sie errechnet sich - wenn nicht anders angegeben - aus dem Verhältnis von Barmitteln plus Forderungen plus Wertpapieren zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten (indicator to measure a company's ability to pay its liabilities, using assets that are cash or very liquid. Computed by subtracting current assets by inventory, then divide by current liabilities. A ratio of 1.0 or greater may be recommended, but an acceptable value will largely depend on the industry a company belongs to). - Im Einzelnen ist jeweils eine sehr genaue Prüfung der einzelnen Posten nötig, um wirklich zutreffende Schlüsse aus der Quick Ratio gewinnen zu können. Vor allem ist die Einbringlichkeit (collectibility) der ausgewiesenen Forderungen und der Tageswert (actual value: the market price which could be attained if the asset is offered for sale at a particular time) von Wertpapieren - einschliesslich "sicherer" Staatsanleihen - sorgfältig zu errechnen.

– Siehe Acid Ratio, Flüssigmachung, Liquidität, Liquiditätsgrad der Schuldner, Liquidität ersten Grades, Liquiditäts-Koeffizient, Liquiditätsformen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quid (ins Deutsche nicht übersetzt):

In England gesagt für ein Pfund (British slang for one pound [£ 1] in British Sterling [GBP]).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quittung in älteren Dokumenten auch Akquit und Apoche (receipt, acquit):

Nach § 386 BGB allgemeine ein Empfangbekenntnis über eine erbrachte Leistung, im engeren Sinne im Finanzbereich über eine erfolgte Zahlung (a written acknowledgment that something of value was received). - Auch heute verbindet man mit dem Wort Quittung zumeist noch einen Beleg aus Papier, einschliesslich eines gedruckten Kassenzettels (cash register slip). Bei Bekundung des Zahlungseingangs auf elektronischem Wege spricht man in der Regel heute von Zahlungsbestätigung (confirmation of payment).

– Siehe Acquit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quote-Stuffing-Taktik (so auch im Deutschen gesagt; seltener Fülltaktik):

Im Zuge des Hochfrequenzhandels an der Börse sendet ein Trader pro Sekunde eine grosse Zahl von Orders aus, nur um sie sofort wieder unausgeführt zu löschen. Die daraus entstehende hohe Quote von Annullierungen setzt falsche Signale (sends the wrong signals). Denn sie führt zu einer starken Abweichung zwischen der angezeigten Liquidität des Marktes und dem tatsächlichen Handelsumsatz. Ein Investor, der auf einen Bid oder Ask hin eine Order abgibt, kann also die Transaktion zu dem angezeigten Limit oft nicht durchführen. Um die so entstehende Intransparenz des Marktes (non-transparency of market) zu mindern, wird für das Quote-Stuffing eine Beschränkung gefordert. Jeder Händler sollte demnach nur eine bestimmte Anzahl von Quotes pro Transaktion abgeben dürfen.

– Siehe Algorithmushandel, Bid-ask-Spread, Daytrading, Hochfrequenzhandel, Market Trading, Marktmanipulation, Sell-Plus-Order.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quotenaktie (non-par share [stock]):

Wertpapier, das einen Anteil am Reinvermögen einer Aktiengesellschaft gewährt. In Deutschland sind bis anhin ausschliesslich Nennwertaktien zugelassen, näherhin Papiere, die einen auf einen bestimmten Geldbetrag lautenden Anteil verbriefen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen