Versicherungsoptimierer.net - Finanzlexikon - N

Finanzlexikon - N

Nachahmung, informelle (informational mimicry):

In Bezug auf den Finanzmarkt gesagt von Marktteilnehmern, die sich in ihrem Verhalten an den Entscheidungen anderer ausrichten; und zwar an solchen, von denen sie annehmen, dass diese über einen besseren Informationsstand als den eigenen verfügen (imitating others because they supposedly know more; it constitutes a rational response to a problem of dissemination of information, provided the proportion of imitators in the group is not too high). Auf diese Weise kann es leicht zu einer sich selbst verstärkenden Bewegung auf dem Finanzmarkt kommen.

– Siehe Euphoriephase, Exotikomanie, Finanzpsychologie, Furchtthese, Gegenspekulationstheorie, Herdenverhalten, Hindsight, Information, asymmetrische, Kurzsichtigkeit, Milchmädchen-Hausse, Odd Lot-Theorie, Rückkoppelungsschleife, Sinuskurven-Fetischismus, Staffelung, Trendhandel, Zahltag-Grundregel.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachbörse (after-hours trading, after hours market curb):

Nach Schluss einer Börsensitzung abgeschlossene Geschäfte, in der Regel zwischen Banken (trading by telephone or by other means that takes place after the official market has closed).

– Siehe Late Trading.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachfinanzierung (supplementary financial assistance):

An einen Privathaushalt, ein Unternehmen oder an eine öffentliche Stelle gewährtes neues, zusätzliches Darlehn, nachdem der ursprünglich gewährte Kredit für das ins Auge gefasste Vorhaben nicht ausreichte. - In der Regel erhöhen die Banken bei der Nachfinanzierung ihre Anforderungen an die Besicherung des Anschlussdarlehns und handeln auch den Zinssatz neu aus.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachhaltigkeit (sustainability):

1 Allgemein die Verhaltensweise mit dem Ziel, den Erfordernissen der heute Lebenden zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beeinträchtigen (an attempt to provide the best outcomes for human and natural environments both now and in regard to further generations).

2 Im Besonderen ein finanzpolitisches Gebaren, das

1. die Ausgaben zumindest mittelfristig durch reguläre Einnahmen deckt (budget constraint; Budgetrestriktion),

2. die Aufteilung zwischen Konsum und Investitionen an einem ökonomisch sinnvollen Verhältnis ausrichtet, wobei

3. auch die Gliederung in die Bedienung von Ansprüchen aus der Vergangenheit wie Schuldendienst oder Renten und Investitionen zur Erhöhung der zukünftigen Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen ist (spending pattern; Ausgabenstruktur) sowie

4. die Abgabenlast in Einklang mit der Leistungsbereitschaft (motivation) der Bürger verteilt wird (incentive function; Anreizwirkung); denn

5. selbst ein ausgeglichener Haushalt mit hohem Investitionsanteil kann nicht nachhaltig sein, wenn er mit einer übermässigen Abgabenlast finanziert wird. Denn dies führt zu sinkender Leistungsbereitschaft, Abwanderung, Schwarzarbeit, Steuervermeidung (tax circumvention) usw.

– Weil eine dem Nachhaltigkeitsgebot entgegenhandelnde Finanzpolitik über kurz oder lang den Geldwert beeinflusst, dringen die Zentralbanken immer wieder auf Nachhaltigkeit.

3 Bei einem Engagement auf dem Finanzmarkt der Blick nicht auf kurzfristige Gewinne, sondern auf das Ergebnis über längere Zeiträume (concerned about the long-term financial viability of an activity).

– Siehe Altersquotient, Anlage, ethische, Bonussystem, Demographieverfestigung, High-speed Money, Inverzugsetzung, Kapitalflucht, Ökorating, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Sustainability-Fund, Triple Bottom Line, Tragfähigkeit öffentlicher Finanzen, Verfassungsartikel eins.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachrichtenwerte (communications [securities]):

Von Firmen der Informationstechnologie begebene Wertpapiere, insbesondere Aktien entsprechender Unternehmen.

– Siehe Ener¬giewerte, Montanwerte, Rüstungspapiere.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachdeckung (margin call):

Wenn nicht anders definiert, so meint man damit die Bereitstellung von Geld oder Sicherheiten auf ein Einschusskonto (margin account). Damit soll eine bereits eingetretene oder erwartete ungünstige Kursbewegung gedeckt werden (a demand for additional payment, when an investor looks like it may make a loss. The investor's account is thus always in the black by at least the amount of initial deposit. If the investor does not meet a margin call, the clearing house generally closes out the investor's position and uses the deposit to cover the loss).

– Siehe Nachschuss-Aufforderung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachfragefinanzierung (demand-side financing):

Massnahme mit dem Ziel, vor allem staatliche, aber auch bestimmte betriebliche Leistungen möglichst wirtschaftlich (economical: Verhältnis Leistung zu Kosten) zur Verfügung zu stellen, indem der "beste Wirt" zum Zuge kommt. In Verfolg dessen wendet sich eine Beihilfe bzw. ein Zuschuss nicht an den Leistungserbringer, etwa: Mensa der Universität, Personalrestaurant (staff restaurant; Kantine; canteen). Vielmehr ist Leistungsbezieher Empfänger, im Beispiel: die Studierenden, die betrieblichen Mitarbeiter (demand-side financing means to channel public funds for public and/or private uses to the demanders and not to those who supply it). - Auf diese Weise wird

1. die Wahlfreiheit der Nachfrager bestmöglich gewährleistet,

2. deren Entscheidungsmacht erhöht,

3. zwischen den Leistungsanbietern - im Beispiel: verschiedenen Gaststätten - entsteht Wettbewerb, was

4. den Preis für die Leistung senkt und

5. deren Qualität verbessert, ohne dass mehr Zahlungen aufgewendet werden müssen.

– Siehe Elterngeld, Erziehungsgeld, Kindergeld, Markt, vollkommener, Mofa-Geld, Preis.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachgeben (ease off):

In Bezug auf den Finanzmarkt allgemein und die Börse im Besonderen meint man damit einen geringen, langsam auftretenden Rückgang des Preises eines Produktes (a minor and slow decline in the price of a financial product).

– Siehe Börsenkrach, Kurssturz, Markt, schwacher, Panikverkäufe.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachgeschäft (follow-up business, repeat business):

Falls nicht anders definiert, so versteht man darunter in der Finanzbranche die Umsätze mit Kunden, die

1. durch auslaufenden Vertrag die Bindung an das Institut grundsätzlich verloren haben, und

2. nun durch neue Angebote wieder herangeholt werden sollten.

– Siehe Ablauffonds, Abwanderungsquote, Beziehungspflege, Call Centre, Kreditsachbearbeiter, Kundenbindung, Kundendossier, Kundenpfleger, Sales Management, Service Line, Spin Doctor.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachhandelstransparenz (post-trade transparency):

Institute müssen gemäss der Markets in Financial Instruments Directive ihre ausserbörslichen Käufe und Verkäufe von Aktien, die in einem geregelten Markt im Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, gegenüber anderen Marktteilnehmern öffentlich bekanntgeben. Die Veröffentlichung hat innert maximal drei Minuten nach der Transaktion zu geschehen. Dabei muss jedes Geschäft in einzelnen transparent gemacht werden.

– Siehe Over-the-Counter Trading, Vorhandelstransparenz.

– Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 46 (IOSCO untersucht die Nachhandelstransparenz), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 59 f. (Empfehlungen der CESR zur Nachhandelstransparenz; weitere Untersuchungen).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachlass (abatement):

Allgemein die Herabsetzung eines geschuldeten Geldbetrags: die die Minderung einer Schuldsumme (abatement of a debt sum), besonders auch gegenüber der Finanzbehörde (Steuernachlass: the reduction [or even cancellation] of an assessed tax).

– Siehe Abbassamento, Abschlag, Bonifikation, Rabatt, Sparmarke, Vergütung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachmänner (subsequent endorsers):

In älteren Dokumenten diejenigen, auf welche von einem wechselverpflichteten Giranten (bearer of a bill; Wechselinhaber) der Wechsel übertragen wurde.

– Siehe Allonge, Giro, Indossament.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachpreisberechnung [unschön] auch Filtrierung (filtering):

Der Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers nicht zum gegenwärtigen Kurs, sondern zu einem zwischen den Parteien vereinbarten zurückliegenden Preis (a security should be bought or sold according to a agreed upon past price setting).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachrangdarlehn (subordinated loan):

Allgemein eine Kreditgewährung, bei welcher der Gläubiger von vornherein im Falle der Insolvenz des Schuldners hinter die Forderung anderer Kapitalgeber zurücktritt (debt which ranks after other debts should a company fall into insolvency or be closed.) Im einzelnen sind vielgestaltige Vertragsbedingungen möglich und auch üblich. Aufgrund des Nachrangs wohnt dem Darlehn ein hohes Ausfallrisiko inne, was durch eine deutlich entsprechende Verzinsung ausgeglichen werden muss. - Der Vorteil eines Nachrangdarlehns seitens des Schuldners liegt vor allem darin, dass die Vertragslaufzeit in der Regel länger als bei einem normalen Bankkredit liegt. Zudem lassen sich bei endfälliger Tilgung verbunden mit endfälliger Verzinsung die Finanzierungskosten zur Gänze auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Vor allem für Unternehmensneugründungen (Start-ups) eröffnet sich damit ein oft erfolgsentscheidender Zeitpuffer. - Nachrangdarlehn werden in der Regel dem Mezzanin-Kapital zugeordnet.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachschuss-Aufforderung und oft [wie im Englischen] Margin Call (margin call):

1 Allgemein die Auflage an einen Schuldner, die zur Deckung seines Kredits hinterlegte Pfänder durch Lieferung weiterer Sicherheiten auf den vertraglich festgelegten Stand zu bringen (Nachdeckung).

2 Besonders im Terminhandel: die Aufforderung der Bank bzw. des Börsenmaklers oder Prime Brokers an seinen Kunden, weiteres Geld auf sein Einschusskonto zu zahlen, um eine eingetretene ungünstige Kursbewegung zu decken (a communication to an investor to put up more collateral for securities bought on credit. The lender, usually the brokerage firm, makes the call to cover an adverse price movement on a futures position). - Die Nachschussleistung versichert der Bank bzw. dem Makler, dass der Kunde bereit und imstande ist, seiner Verpflichtung aus einem Terminkontrakt nachzukommen. Kommt der Kunde dem Margin Call nicht nach - bei den Warenbörsen der USA beträgt die Frist oft nur eine Stunde -, so wird seine Position zwangsweise glattgestellt, was zu erheblichen Verlusten, aber dann unter Umständen auch zu einem Überangebot mit Kursstürzen an der Börse führen kann.

– Siehe Close-and-Reprice, Gegenpartei, zentrale, Margenausgleich, Margendeckung, Nachdeckung, Nachschuss-Schwelle, Nachschuss-Vereinbarung, Tageskredit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachschuss-Schwelle (additional cover threshold):

Die Höhe, die eine ausstehende Forderung maximal erreichen darf, bevor der Vertragspartner das Recht auf Anforderung der vereinbarten zusätzlichen Sicherheit hat.

– Siehe Close-and-Reprice, Margenausgleich, Margendeckung, Nachschuss-Aufforderung, Nachschuss-Vereinbarung, Nachschuss-Verpflichtung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachschuss-Vereinbarung (additional cover agreement):

Eine vertragliche Festlegung, wonach ein Partner seiner Gegenpartei eine Sicherheit liefern muss, falls eine Forderung der Letzteren gegenüber der Ersteren eine bestimmte Höhe überschreitet.

– Siehe Margenausgleich, Margendeckung, Nachdeckung, Nachschuss-Aufforderung, Nachschuss-Schwelle, Schwankungsmarge, Sicherheitsmarge.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachschuss-Verpflichtung auch (obligation to make an additional capital payment, obligation for subsequent contributions):

1 Geht der Kurs der bei der EZB verpfändeten (pledged; lombardierte, pensionierte) Wertpapiere unter eine im Voraus festgesetzte Grenze, so muss der Geldnehmer das Depot durch weitere Wertpapiere verstärken.

2 Vor allem bei Kreditgenossenschaften in Deutschland die Pflicht der Mitglieder, zusätzlich zu ihrer getätigten Einlage einen weiteren Betrag zum Ausgleich allfälliger Verluste an die Genossenschaft zu zahlen. In der Regel ist satzungsgemäss die Nachschuss-Pflicht in ihrer Höhe auf die Einlage beschränkt.

– Siehe Abandon, Barausgleich, Barmarge, Einschuss, Margenausgleich, Margendeckung, Nachschuss-Aufforderung, Repo-Geschäft, Schwankungsmarge, Sicherheitsmarge, Sukuk, Underlying, Unterlegung, Zuschuss, Zuzahlung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachtmeistergeld (night-soil man fee, dustman fee):

Frühere Zahlung an den Nachtmeister (auch Nachtkönig, Abtrittreiniger, Sekretgraber, Kehrichtlader): ein Gewerbetreibender, der nachtsüber den Müll abholte (came at night to collect waste) und nach Auftrag auch die Latrinen (latrines; Abtritte, Senkgruben) leerte (contractor who emptied the latrines).

– Siehe Dreckgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachtragshaushalt (supplementary budget):

1 Allgemein eine im nachhinein vorgenommene Änderung des von einem Parlament bereits beschlossenen Budgets.

2 In engerer Bedeutung die von der Exekutive vorgelegte Erhöhung der Ausgaben über die Einnahmen hinaus.

– Siehe Defizitquote, Finanzpolitik, Finanzwissenschaft, Fondswirtschaft, Härtefonds, Haushaltsdefizit, Kreditvotum, Nonaffektations-Prinzip, Parafiskus, Schumpeter-Theorem, Staat, Staatsschulden, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Tilgungsfonds.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2011, S. 10 f. (verfassungsrechtliche Grenzen; Bedeutung eines Urteils des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs vom März 2011).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachtschalter (night desk):

Bei einer Bank die Möglichkeit für den Kunden, auch ausserhalb der üblichen Geschäftszeiten bedient zu werden. Mit "Nacht" ist hier regelmässig die Zeit zwischen dem üblichen Geschäftsschluss und mindestens 22 Uhr gemeint. - Bis etwa 1960 boten einige Institute in Städten, an Flughäfen und an grossen Bahnhöfen einen solchen Dienst an. Inzwischen sind selbst samstags fast alle Banken geschlossen: just an dem Tag, an dem die meisten Kunden einen arbeitsfreien Tag geniessen und Zeit für den Besuch einer Bank hätten. - Indessen bescherte dieses personalkostenintensive Angebot (high personal-cost service) den Instituten hohe Verluste (brought high losses). Da Bankgeschäfte immer mehr über das Internet abgewickelt werden und zudem viele Institute auch einen Tag- und-Nachtservice über ein Call-Centre anbieten, werden die von Verbraucherverbänden häufig gewünschten Nachschalter wohl kaum wieder eingeführt werden.

– Siehe Geschäftsstelle, vollautomatische, Moonlight-Banking, Postsparbuch.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachvollziehbarkeit (auditability):

Begriff aus dem Aufsichtsrecht; danach muss es möglich sein festzustellen, ob Geschäftsvorgänge

1. jetzt reibungslos ablaufen (are functioning properly) und

2. hinterher als ordnungsgemäss abgelaufen beurteilt werden können. Das erfordert bei einer Bank entsprechende Aufzeichnungen (appropriate documentation: papers or digital storage media that provide applicable information). Hauptsächlicher Zweck der Forderung nach Nachvollziehbarkeit ist es, bei einem Institut Schwachstellen (operative weak points; vulnerabilities) frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

– Siehe Monitoring.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachweisführung, Authentifizierung und [unschön] Nichtabstreibarkeitsprüfung (non-repudiation measures):

Bei einem Institut alle Massnahmen mit dem Ziel,

1. den von einem Kunden erteilten Auftrag unzweifelhaft dem Auftraggeber zuzuschreiben, also auszuschliessen, dass sich Unbefugte seines Namens bedienen und

2. dass ein eingegangener Auftrag unverfälscht die Bank erreicht hat, mit anderen Worten der Inhalt einer Mitteilung den Willen des Kunden unzweideutig zum Ausdruck bringt (procedures providing evidence of the identity of the sender of an order and the integrity of the message sent). Bei Auffälligkeiten in beiden Punkten ist es geschäftsüblich, dass der Kunde um eine Bestätigung gebeten wird.

– Weil vor allem im Börsengeschäft gefälschte Aufträge bei Instituten eingingen bzw. sich Kunden bei verlustreichen Transaktionen auf verstümmelte Nachrichten (garbled messages) beriefen, wenden Institute der Nachweisführung vor allem bei grösseren Transaktionen heute grosse Aufmerksamkeit zu (in oder to prevent the sender of a message from successfully denying the submission of the order or the integrity of its contents, so that the institute incurs not insurable losses).

– Siehe Authentifizierungsbot, Bankauskunft, Bankgeheimnis, Financial Intelligence Unit, Finanzagent, Geldwäsche, Identitätsprüfungspflicht, Konto, anonymes, Konto, falsches, Kontenoffenlegung, Kontosperre, Kundendaten-Informationspflicht, Schattenbankbereich, Nominee, Tafelgeschäft, Zahlungsverkehrsverordnung, Zweitausweis.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nachweismakelei (detection brokerage):

Die Empfehlung an Anleger, bestimmte Finanzinstrumente zu erwerben und Benennung eines Verkäufers. Diese Dienstleistung gilt als eine Unterart der Anlage-Vermittlung und bedarf der Erlaubnis.

– Siehe Anlageberatung, Beratung, Honorarberater, Marktmissbrauchs-Richtlinie, Mitarbeiter-Register.

– Vgl. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 199 f. (strittige Rechtsfragen).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nadelgeld auch Spillgeld (pin-money, personal allowance for the housewife):

Früher in Eheverträgen (in upper classes; der höheren Stände) vereinbarte Summe, welche der Ehemann seiner Frau zur Bestreitung kleinerer laufender Ausgaben aussetzte, in erster Linie für Wäsche und Kleidung, Spill von Spille = Spindel, Spinnvorrichtung.

– Siehe Brautgeld, Eiergeld, Frauengeld, Kindergeld, Milchgeld, Paraphernalgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nahrungsmittel (foods, foodstuff):

Im Harmonisierten Verbraucherpreisindex haben Ernährungsgüter mit fast zwanzig Prozent - davon 11,9 Prozent verarbeitete Nahrungsmittel und 7,6 Prozent unverarbeitete Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse - ein verhältnismässig hohes Gewicht. Daher werden Preisänderungen von der EZB besonders aufmerksam in Hinblick auf Anzeichen einer Inflation beobachtet.

– Siehe Agrarpolitik, Agribulk, Biotreibstoffe, Cash crop, Inflation, Inflationserwartungen, Kerninflation, Klima-Inflation, Kohlendioxid-Inflation, Milchprodukte, Protein-Inflation, Rohstoffpreise, Zweitrunden-Effekt.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom September 2007, S. 66 ff. (Entwicklung seit 1980; Beitrag zum HVPI mit Übersicht der Gewichte; Aussichten), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2007 (Preise gegliedert nach Gruppen, Ländern und Jahren), Monatsbericht der EZB vom September 2008, S. 13 ff. (Anstieg der Nahrungsmittelpreise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom April 2010, S. 70 f. (Wirkungen der Preisschocks bei Nahrungsmitteln sein 1997; Übersicht), Monatsbericht der EZB vom Juni 2010, S. 60 ff. (Preise für Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel seit 2007; Übersichten), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 45 (um Marktmissbrauch zu verhindern, sollen die Aufsichtsstandards verbessert werden), Monatsbericht der EZB vom Januar 2011, S. 13 ff. (Marktzustand und Aussichten; Preise seit 2006; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2013, S. 66 f. (Nahrungsmittelpreise weltweit und in der EU seit 1997; Tendenzen zum Gleichlauf aufgrund der Agrarpolitik der EU), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2014, S, 13 ff. (Bestimmungsgründe der Nahrungsmittelpreise).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Namensaktie in älteren Dokumenten auch Nominativ-Aktie (registered share):

Gemäss § 67 AktG eine Aktie, die

1. auf Namen, Beruf und Adresse des Inhabers ausgestellt und

2. in das Aktienbuch (share book) bzw. Aktienregister (share register; neuerer Ausdruck) der Gesellschaft eingetragen ist.

– Eine in diesem Zusammenhang in der juristischen Literatur breit erörterte Frage ist die nach dem "wahren Inhaber", nämlich wem die Aktie tatsächlich zuzurechnen ist. Dies spielt besonders bei der Stimmrecht-Offenlegung eine wichtige Rolle.

– Siehe Aktienbuch, Anschleichen, Anteilseigner-Kontrolle, Inhaber, eingetragener, Nominee, Publizität, situationsbezogene, Shark Watcher, Schutzaktie, Stimmrecht-Datenbank, Stimmrecht-Kriterium, Transparenz-Richtlinie.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Namensanteil (registered certificate):

Über das von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft aufgelegte und betreute Vermögen werden keine Anteilscheine (Regelfall) ausgegeben. Vielmehr führt der Fonds ein Verzeichnis der Anleger (a certificate whose owner is listed with the fund. The owner's name and contact information is documented and kept on file allowing it to pay the revenues to the appropriate person).

– Siehe Investmentanteil.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Namensidentität ([firm's] name identity):

Gemäss europäischem Gemeinschaftsrecht und aufsichtlicher Übereinkunft können - ungeachtet allfälliger Vorschriften über die Verwendung der Worte "Bank", "Sparkasse" oder anderer Bankbezeichnungen - Kreditinstitute für die Ausübung ihrer Tätigkeit im Gebiet der EU gesamthaft denselben Namen verwenden wie in ihrem Sitzland. Besteht die Gefahr einer Verwechslung, so können die Aufnahmeländer der Klarheit wegen einen erläuternden Zusatz (explanatory particulars) zu der Bezeichnung vorschreiben.

– Siehe Goodwill, Markteintrittskosten.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Namenspapier (registered security):

Urkunde, die für die Übertragung des verurkundeten Rechts unentbehrlich ist. Dazu gehören

1. die Rektapapiere (instruments not to order: Namenspapiere im engeren Sinne); diese lauten grundsätzlich auf eine bestimmte, in dem Papier mit Namen bezeichnete Person und können bloss durch Abtretung und Übergabe oder durch Erbgang übertragen werden und

2. Orderpapiere (instruments to oder), die auf eine bestimmte Person oder an deren Order lauten; sie werden durch Indossament übertragen.

– Siehe Aktie, Manzipation, Übertragungsurkunde.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nasarinchen und Nasaras (nasaras):

In älteren Dokumenten kleine, viereckige türkische Silbermünzen; und von daher in weiterem Sinne Bezeichnung für begehrte Kleinmünzen aus Silber.

– Siehe Geld, Kleingeld, Münze, Münzen-Paradoxon, Pezzi, Pitis.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nasdaq:

Abkürzung für National Association of Securities Dealers Automated Quotation (System). An dieser US-amerikanischen elektronischen Börse werden vor allem Aktien kleinerer innovativer Firmen gehandelt, die nicht an der NYSE kotiert sind.

– Siehe Madoff-System, Organidentität.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nassgewinn (profit from wetting):

In älteren Dokumenten zusätzliches Geld, das beim Handel mit angefeuchteten Waren erzielt wird. Bei früher meistens nach Schwere verkauften Gütern wie zum Beispiel Heu, Getreide, Obst, Gemüse, Holz oder Webwaren wurden diese in betrügerischer Absicht (with fraudulent intent) - oft nur in den unteren Schichten und Lagen - mit Wasser besprengt. Die Waage zeigte daher ein höheres Gewicht an, was dann auch einen höheren Preis rechtfertigte (thus justifying a higher price) und folglich dem Verkäufer einen höheren Gewinn bescherte.

– Siehe Beschores, Finanz, Hohlgewinn, Rebbes, Schmu.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Naturalabgabe (impost in kind):

In älteren Dokumenten die Ablieferung einer bestimmten Menge an Erzeugnissen der Land- Forst- und Hauswirtschaft, wie etwa dem Zehnten, in der Regel im Rahmen eines Fronverhältnisses. Hierbei erhielt ein Bauer (Höriger, Leibeigener, Vasall; liege man, leud: a feudal tenant, villein) von einer Grundherrschaft Land, Schutz und oft auch die Sicherung des Lebensunterhalts in Notlagen. Als Gegenleistung hatte der Hörige festgelegte Mengen an Waren (wie Getreide, Holz, Fleisch, Honig, Wachs, Webwaren) der Grundherrschaft (Fron = Herr) zu überstellen sowie auch gewisse Dienstleistungen (Hand- und Spanndienste; manual work and unpaid draught animal [donkey, steer, horse] and cart work) zu erbringen.

– Siehe Abgabe, Cerozensual, Detz, Impost, Zehnt.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Naturereignis (natural desaster, act of God):

Das Eintreten eines katastrophalen Ereignisses (as storms, earthquakes, volcanic eruptions, cyclones, tidal waves, etc.), welches ausserhalb jeder menschlicher Beherrschung ist und auf Vermögensgegenstände zerstörerisch wirkt (which destroys assets).

– Siehe Eventualschaden, Katastrophen-Anleihen, Risiko-Fonds, Risikokapital, Unsicherheit, Versicherung, Wetterderivat, Zitterprämie.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2014, S. 23 ff. (witterungsbedingte Einflüsse auf das Sozialprodukt am Beispiel der USA; Übersichten; Literaturhinweise).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Naulum auch Nautage (fare):

In älteren Dokumenten

1 die Bezahlung für die Dienstleistung eines Schiffers, sei es zur Personenbeförderung oder zum Transport von Waren. - In beiden Fällen häuften sich durch die Zeiten Beschwerden darüber, dass die Schiffsführer bei Ankunft des Schiffes eine Nachzahlung (supplementary payment) wegen unvorhergesehener Umstände (due to unforeseen circumstances: low water, flood water) forderten, und sie die Personen bzw. die Waren nicht von Schiff liessen, ehe der Aufschlag (surcharge) bezahlt wurde.

2 Abgabe, die Schiffe beim Befahren eines Flusses zu entrichten hatten, auch Wassermaut genannt.

– Siehe Bugsiergeld, Fährgeld, Fahrtgeld, Furtgeld, Rheinoctroi, Schleusengeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nebenfonds (extra funds):

1 Geldbeträge und Vermögenswerte, die von staatlichen Behörden ausserhalb des jährlichen Etatbewilligungsrechts (budget appropriation) des Parlaments verwaltet werden. - Früher war dies auch in Deutschland auf allen Ebenen verbreitet (hidden-fund nuisance; "alte Fondswirtschaft"), was die Einheit, Vollständigkeit (completeness) und Übersichtlichkeit des jeweiligen Gesamthaushalts ausserordentlich stark störte und eine Kontrolle durch die Volksvertretung so gut wie ganz verunmöglichte. Heute sind Nebenfonds verfassungsrechtlich verboten.

2 Bei einem Umbrella-Fonds eine besondere Anteilsklasse, auch Subfonds, Teilfonds und Unterfonds genannt.

– Siehe Fondswirtschaft, Invalidenfonds, Nonaffektations-Prinzip, Parafiskus.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nebenplatz (out-of-town place):

1 Ein Ort (local market; Lokalmarkt), dessen Kurse nicht oder nicht regelmässig auf den Kurszetteln erscheinen.

2 Ein Nichtbankplatz.

– Siehe Nebenwerte.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nebenwährung (parallel currency; ancilliary money):

1 Ausländische Zahlungsmittel, die in einem geographischen Gebiet neben der gesetzlich vorgeschriebenen Einheit vor allem als Zwischentauschmittel, aber dazu oft darüber hinaus auch als Recheneinheit, in grösserem Masse auftreten (money that is used in conjunction with local currency). Grund dafür ist

1. ein Misstrauen gegen das eigene Geld, wie etwa zur Zeit des Wertzerfalls der Mark um 1923: der Dollar wurde Nebenwährung, oder zur Zeit der DDR: die kaufkräftige DM-West war begehrt;

2. in Grenzregionen das Ineinandergreifen des Handels und der Dienstleister aus zwei verschiedenen Währungsräumen, wie etwa in der Euregio Basel der CHF und der EUR.

2 Ein Gut vermittelt neben oder statt des gesetzlich vorgeschriebenen Geldes den Austausch, wie etwa die Zigarette in Deutschland zwischen 1945 bis 1948 (cigarette currency; "Zigarettenwährung").

3 In bestimmten Gebieten auf freiwilliger Basis umlaufendes Privatgeld, in der Regel von Kritikern des bestehenden Wirtschaftssystems wie Freigeld-Vertreter, Globalisierungskritiker, Neunmalkluge und Eurogegner in Verkehr gebracht.

– Siehe Alternativwährung, Annahmezwang, Bettkantenwährung, Bitcoin, Dollarisierung, Euroisierung, Freigeld, Geld, sittliches, Geldabschaffung, Geldrefusion, Geldvertrauen, Greshamsches Gesetz, Kapitalflucht, Mutualismus, Netzgeld, Referenzwährung, Regionalgeld, Verrechnungsgeld, Währung, Warengeld, Wirtschaftspatriotismus, Zahlungsmittel, Zigarettenwährung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nebenwerte (mid caps):

An der Effektenbörse die Aktien von Unternehmen mit

1. verhältnismässig geringer Marktkapitalisierung,

2. minderem Bekanntheitsgrad und

3. wenig hohem Geschäftsvolumen (mid-cap stands for middle capitalisation; these are average-sized companies by market capitalisation in a given market, smaller than large caps but larger than small caps).

– Siehe Blue Chips, Event-Driven Fund, q, Nebenplatz, Wertpapiere, qualifizierte.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Need-to-know-Prinzip (so auch im Deutschen gesagt; seltener Absonderungsregel):

Von den Aufsichtsbehörden vorgeschriebene und überwachte personelle Trennung von Vertraulichkeitsbereichen innert einer Bank. Einzelne Mitarbeiter dürfen danach nicht mit vertraulichen Informationen über andere Bereiche des Unternehmens versehen werden.

– Siehe Abschottung, Chinese Wall, Compliance, Insider, Mitarbeiterleitsätze, Nominee, Organkredite, Profiling, Sperrlisten, System Securities Watch Application (SWAP), Verhaltenskodex, Wall Crossing.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Negativauslese auch Antiselektion (adverse selection):

Auf dem Finanzmarkt die Tatsache, dass

1. Banken die Bonität der Kreditnehmer auch bei hohem Leistungsgrad des Ratings nie mit letzter Genauigkeit einschätzen können,

2. daher in ihren Konditionen (borrowing rate; Zins) sich kalkulatorisch auf einen Durchschnitt einstellen müssen,

3. somit die erstklassigen Kreditnehmer (high-quality borrowers) sich schlechter stellen, weil sie ja in Vergleich zu ihrer Bonität zu hohe Kreditkosten zahlen müssen,

4. diese erstklassigen Kreditnehmer daher rentable Investitionen unterlassen, während

5. minder gute Kreditnehmer (low-quality [auch: sub-prime] borrowers) zu weniger erfolgreichen oder gar verlustbringenden Investitionen angereizt werden, da sie in Bezug auf ihre tatsächliche Bonität zu niedrige Kreditkosten zahlen müssen und

6. es damit letztlich zu einer Fehlleitung knapper Ressourcen kommt: das Geld wandert nicht zum "besten Wirt" (most favourable allocation of scarce resources).

– Siehe Adverse Selection, Finanzierungsprämie, externe, Hausbank, Information, asymmetrische, Kredit-Absorption, ´Markt, vollkommener, Mittelstandsbank, Moral Hazard, Nettowohlfahrtsverlust, Rating, Risiko, Risikoignoranz, Strukturumbruch, Subprime-Krise, Versicherungsunsicherheiten, Wettbewerb.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Negativerklärung (negative pledge):

1 Auf dem Finanzmarkt die Verpflichtung eines Gläubigers, zugunsten anderer Geldgeber seinerseits auf die Bestellung von Sicherheiten zu verzichten.

2 Die verbindlich abgegebene Erklärung eines Schuldners gegenüber der Bank, während der Laufzeit des Darlehns Vermögenswerte nicht ohne Zustimmung der Bank zu veräussern, zu belasten oder Dritten zur Besicherung zu übergeben; in dieser Bedeutung auch negative Verpfändungsklausel (negative pledge clause) genannt.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Negativzins und Minuszins (negative interest rate, interest charge):

1 Die von Behörden wie Regierung, Zentralbank oder Aufsichtsbehörde verfügte Weisung an Banken, bestimmten Einlegern - in der Regel Gebietsfremden - eine in der Höhe vorgeschriebene Belastung (charging; Kommission) ihren Konten abzubuchen. Zweck der Massnahme ist es, entsprechende Kunden zum Abzug ihrer Depositen zu bewegen. Negativzinsen sind vor allem im Zuge der Abwehrmassnahmen gegen heisses Geld um 1970 bekannt geworden.

2 Seitens der Zentralbank eine den Banken auferlegte Kommission für Beträge, die bei ihr geparkt werden. Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise hat sich gezeigt, dass Institute es weithin vorzogen, das von der Zentralbank ihnen billig zugeleitete Geld auf ihrem Konto bei der Zentralbank stehen zu lassen. Denn sowohl eine Ausleihe auf dem Interbankenmarkt als auch Darlehn an Unternehmen schienen zu risikoreich. Durch dieses Verhalten jedoch wird die Politik der Zentralbank vereitelt, durch billiges Geld möglichst auch Anlageinvestitionen anzuregen. Die EZB entschloss sich daher im Juni 2014, einen Negativzins von zunächst 0,1 Prozent auf die Einlage-Fazilität sowie auf die das Mindestreserve-Soll übersteigenden Guthaben der Banken bei der Zentralbank einzuführen. - Wenn aber die Institute keine Kunden finden, bei denen die vertragsgemässe Bedienung eines Darlehns in Aussicht steht, dann werden sie sich angesichts der Abwehrmassnahme durch die EZB am Immobilienmarkt oder auf den weltweiten Rohstoffmärkten engagieren. Das leistet dort dem Aufkommen von Blasen Vorschub. Auch könnten sich die Institute dazu entschliessen, ihre Kreditzinsen heraufsetzen, um den Negativzins der Zentralbank auszugleichen. - Sicher müssen letztlich immer die Erwartungen der Banken und Unternehmen in eine glaubhafte Wirtschaftspolitik verbessert werden. Ohne diese Voraussetzung regt weder ein Nullzins noch ein Negativzins die Kreditvergabe der Banken an.

– Siehe Kommission, Krise, zentralbankbedingte, Zins, Zinsanreiz, Verzinsungsverbot.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neglekten-Geld (neglect fine):

In älteren Dokumenten das einem Amtsträger auferlegte Strafgeld wegen Dienstversäumnisses (negligence: failure in exercising official duties according to the professional requirements).

– Siehe Absentgeld, Pönalgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Negotiation und Negoziierung (negotiation):

1 Verhandlungen zwischen einem Gläubiger (einer Bank) und einem Schuldner über die einzelnen Schritte, mit denen ein aufgelaufener Schuldbetrag abgetragen werden kann (the process to reach an agreement with a creditor to pay off a percentage of a balance due).

2 In älteren Dokumenten der Verkauf einer noch nicht fälligen Forderung bzw. die Weitergabe eines noch nicht verfallenen Wechsels.

– Siehe Akzept, Aussteller, Bezogener, Diskont, Diskonteur, Erstklasse-Wechsel, Geldsurrogate, Giro, Konservierung, Kreditbrief, London kurz, Marktwechsel, Notadresse, Pensionswechsel, Prolongation, Protestliste, Rediskontieren, Reitwechsel, Ricambio, Sichtwechsel, Stockwechsel, Wechselkredit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nehmer (buyer; acceptor):

1 In älteren Dokumenten ein Erwerber, insbesondere der Käufer an der Börse.

2 In Franchise-Verträgen (franchise contracts; Gebrauchsüberlassungsverträgen) der Partner, welcher im eigenen Namen und auf eigene Rechnung tätig wird.

3 Bei Korruptionsdelikten (corruption offences) derjenige Tatbeteiligte, welcher Geld oder andere Vorteile für sich oder Dritte in Empfang nimmt. Im Bankbereich waren dies nach einer Statistik aufgedeckter Fälle aus dem Jahr 2010 etwa hälftig je Sachbearbeiter und leitende Angestellte.

4 Der Wechselnehmer, nämlich die Person oder Firma, an die nach Angabe des Ausstellers gezahlt werden soll: der Zahlungsempfänger, Remittent (one who accepts a draft or a bill of exchange; a drawee after he has accepted).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nemax (Neuer Markt-Index):

In Deutschland Aktienindex für innovative Wachstumswerte, die 1997 als besonderes Segment an der Börse in Frankfurt am Main zusammengefasst wurden. Anfang Juni 2003 wurde der Neue Markt geschlossen, nachdem aussergewöhnliche Verluste dort den Ruf der Börse gesamthaft zu beeinträchtigen drohten. Den Nemax berechnete man aber weiterhin bis Ende 2004, um die Stetigkeit der darauf begebenen Finanzprodukte sicherzustellen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nennwert manchmal auch Nominale (nominal value, face value, par value):

1 Der Betrag, auf den eine Schuldurkunde - Wertpapier wie Aktie - lautet; im Gegensatz zum Kurswert (market value) solcher Papiere. Für Zinsen und Dividenden, welche nach Prozenten berechnet werden, ist immer der Nennwert massgebend, der Nominalwert.

2 Beim Geld die Zahl der Einheiten, auf die ein bestimmtes Zahlungsmittel - Münze, Schein - lautet.

3 Bei einem Optionsvertrag die Grösse des Kontrakts (unit of trading).

4 Bei einem Derivat jener Betrag, der einer Zinsberechnung als Grundlage dient.

5 Manchmal auch gesagt vom Nettoertrag einer Begebung, grob gerechnet als Geld, das durch die Ausgabe eins Papiers in die Kasse fliesst, abzüglich der zur Rückzahlung erforderlichen Aufwendungen (the amount of money the issuer received for each bond and the amount that it will repay upon redemption). In den besonders darauf zugeschnittenen finanzmathematischen Formeln finden vor allem allfällige Gewinne durch Inflation - das begebende Unternehmen erhält von den Zeichnern des Titels heute kaufkräftiges Geld und muss mit minder kaufkräftigem Geld zurückzahlen - sowie die Verzinsung entsprechend Berücksichtigung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netting (so auch im Deutschen gesagt, seltener Saldierung):

Allgemein die Aufrechnung von Zahlungsansprüchen und Zahlungsverbindlichkeiten gemäss § 387 BGB, vor allem

1. innert von Unternehmen eines Konzerns (the setting off intra-group transactions in order to avoid booking the same operations twice) oder

2. innert eines Cash-Management-Systems, bei dem eine Bank mehrere Unternehmen betreut.

– Beim Saldenausgleich zwischen Banken spricht man in der Regel von Clearing.

– Siehe Clearing, Kompensation.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netting by Novation und Bilateral Netting (so auch im Deutschen gesagt, seltener Novations-Aufrechnung):

Ein Vertrag, welcher

1. die zwischen den Parteien abgeschlossenen Einzelvereinbarungen

2. durch einen Rahmenvertrag derart miteinander verknüpft, dass

3. bei einer Beendigung der Vertragsbeziehung infolge Leistungsstörungen oder gar Insolvenz

4. bei der Abwicklung nur der Saldo aus den Einzelvereinbarungen geschuldet wird.

– Der Abschluss von Rahmenverträgen mit Netting-Klauseln wirkt auf der Ebene der einzelnen Bank risikosenkend (risk reducing); denn es führt zu einer Minderung des Ausfallrisikos von einer Bruttosumme auf einen Nettobetrag (a legally enforceable arrangement between a bank and a counterparty that creates a single legal obligation covering all included individual contracts. This means that a banks obligation, in the event of the default or insolvency of one of the parties, would be the net sum of all positive and negative fair values of contracts included in the bilateral netting arrangement). - Von den Aufsichtsbehörden warden entsprechende Verträge gefördert und teilweise auch im Einzelnen näher bestimmt.

– Siehe Clearing, Kompensation, Novation.

– Vgl. Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 139 (in Bezug auf TARGET).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netto (net, in älterer englischer Literatur auch nett):

1 Summe nach Abzug alles Abzuziehenden, nach Abrechnung aller Kosten (sum obtained after deducting all expenses).

2 Der Endbetrag ohne weiteren Abzug (final amount and not subject to any discount or deduction; strictly net).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nettogläubiger (net creditor):

In Zusammenhang mit der Staatsverschuldung von einem Land gesagt, das seine Verschuldung weitgehend im Inland, also bei heimischen Privathaushalten und Unternehmen finanziert ("we owe it to ourselves"). Grösster Nettogläubiger war 2010 Japan. - Es gilt als durch die Finanzgeschichte sicher belegt, dass Staaten in der Position eines Nettogläubigers weniger Anstrengungen zur Eindämmung der Staatsverschuldung unternehmen als vergleichbare andere Länder.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netto-Inventarwert (net asset value):

An der Börse der Wert eines Anlagefonds-Anteils nach der Formel:

1. Verkehrswert des Fonds an einem Stichtag,

2. vermindert um die Verbindlichkeiten und

3. geteilt durch die Anzahl ausstehender Anteilsscheine (the total market value of a mutual fund's assets, minus their liabilities, divided by the number of shares outstanding). Der Netto-Inventarwert bezeichnet so auch den Fair Value eines Fondsanteils und wird in der Regel einmal täglich berechnet.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netto-Kapitalwert (net present value, NPV):

Der Barwert einer Investition durch Abzinsung der Zahlungsreihen auf den heutigen Zeitpunkt. Er ist die Summe der mit einem Zinssatz diskontieren Nettoüberschüsse einer Investition, nämlich der Einzahlungen abzüglich der Auszahlungen während der Nutzungsperiode abzüglich der Anschaffungskosten (the present value of a series of future net cash flows that will result from an of a long term project, minus the amount of the original investment). Ist der Netto-Kapitalwert aus einer Investition positiv, so liegt ein Zuwachs an Vermögen vor; bei negativem Wert verliert der Anleger.

– Siehe Kapitalwert.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nettovermögenswert (net asset value, book value, shareholders' equity):

Wenn nicht anders definiert, so meint man damit sämtliche Vermögensgegenstände eines Unternehmens abzüglich aller Schulden (a company's various assets after deduction of liabilities). Die so gebildete Kennzahl wird häufig dazu herangezogen, um bei Aktiengesellschaften den "richtigen", nämlich vom augenblicklichen Börsenkurs unabhängigen Wert einer Aktie zu bestimmen (to compute the value of a share independent from stock exchange quotation).

– Siehe Fair Value, Nominalwert.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nettoverschuldung (net debt, net indebtedness):

1 Bei einem Unternehmen in der Regel die kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel.

2 Gemäss IFRS liquide Mittel plus kurzfristige Wertpapiere abzüglich der Pensionsverpflichtungen (commitments concerning pensions, pension provisions) und Finanzverbindlichkeiten. - Das Verhältnis von Cashflow zur Nettoverschuldung nennt man auch Verschuldungsfähigkeit (possibility of indebtedness).

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2012, S. 97 ff. (Verschuldung der Unternehmen im Eurogebiet; ausführliche Darstellung; viele Übersichten; Vergleiche zu den USA).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nettowohlfahrtsverlust auch Allokationsverlust (deadweight loss, allocative ineffiency, excess burden):

In der volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise eine Marktstörung, bedingt durch Abweichungen vom Masstab des Marktes im Gleichgewicht bei vollkommener Konkurrenz. Dadurch wird die pareto-optimale Menge verfehlt, nämlich der Zustand, in dem es nicht möglich ist, jemanden besser zu stellen, ohne zugleich einen anderen schlechter zu stellen (a loss of economic efficiency that can occur when equilibrium for a good is not Pareto optimal, namely a condition where no one can be made better off by making someone worse off). Ursachen des Nettowohlfahrtverlustes sind vor allem sämtliche Formen monopolistischer Marktmacht, daneben Steuern, Zölle und Subventionen.

– Siehe Markt, vollkommener, Marktversagen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nettozinsdifferenz (covered interest-rate differential):

Der Unterschied in der Höhe des Zinssatzes zweier Plätze mit unterschiedlicher Währung unter Einrechnung der Kurssicherungskosten (hedging costs).

– Siehe Bruttozinsdifferenz, Swapsatz.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netto-Zinsertrag (net returns from interest):

Bei Banken die Differenz zwischen

1. Bruttozinsertrag auf Ausleihungen

2. zuzüglich des Zins- und Dividendenertrags aus Handelsbeständen (financial assets held for trading) und Finanzanlagen

3. abzüglich Zinsaufwand.

– Diese Grösse wird häufig ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt und daraus Erfolgsvergleiche zwischen einzelnen Banken abgeleitet. Inwieweit solche Gegenüberstellungen für sich allein aussagekräftig sind, wird freilich in Zweifel gezogen. Denn das Geschäftsfeld und die Fristenpolitik der Institute sind teilweise sehr unterschiedlich.

– Siehe Kurs-Gewinn-Verhältnis, Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit.

– Vgl. zum Zinsertrag deutscher Banken Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2006, S. 15 ff. (ausführliche Darlegung, viele Statistiken, untergliedert nach Bankengruppen) sowie im September-Bericht der folgenden Jahre.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Networking (so auch häufig im Deutschen gesagt, übersetzt oft Beziehungspflege):

1 Im Bereich der Wirtschaft allgemein das Knüpfen von Geschäftskontakten über den Weg gesellschaftlicher Beziehungen (to form business contacts through informal social connections); darin eingeschlossen ist zumeist auch die gewollte und regelmässige Pflege dieser Kontakte.

2 In Bezug auf die Findung und Bindung von Kunden einer Bank oder einer Versicherung die Nutzung von Freundschaften und Bekanntschaften, um auf die Leistungen des Instituts empfehlend hinzuweisen.

– Siehe Beziehungsbankgeschäft, Clubbing, Netzwerkgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netzgeld seltener Netzwerkgeld und Cybergeld (network money, e-money):

Zahlungseinheiten die lediglich als Verrechnungseinheit im Internet geführt werden. Münzen und Banknoten auf die entsprechende Einheit gibt es nicht. Es genügt, dass eine grössere Zahl von Menschen bereit ist, einem bestimmten Zahlencode Kaufkraft beizumessen. Es dürften derzeit (Frühjahr 2014) weltweit etwa zwanzig solcher Internet-Zahlungsmittel geben, wie Bitcoins, Litecoins, Peercoins oder Mastercoins.

– Siehe Computerzahlung, E-Geldgeschäft, Linden-Dollar, Nebenwährung, Netzgeldgeschäft, Quickgeld, Regionalgeld, Spielgeld, Verrechnunsgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netzgeldgeschäft (e-money business):

Die Schaffung und Verwaltung von Zahlungseinheiten in Rechnernetzen. In Deutschland unterliegen entsprechende Dienstleister (service provider) der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie bedürfen ferner einer Erlaubnis gemäss § 32 KWG.

– Siehe Chipkarte, Computerzahlung, E-Geldgeschäft, Geld, elektronisches, Geldkarte, Kreditkarten-Fiasko, Netzgeld, Pay-Green-Initiative, Prozessor, Regionalgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netzwerk Euro-Evidenz (European evidence network):

Die vorgeschlagene Zusammenführung der bestehenden nationalen Evidenzzentralen, also aller Kreditregister und Informationsverfahren in eine gesamteuropäische Behörde. - Ob eine solche Zentralverwaltung wesentliche Vorteile bringen würde, ist bestritten. Enge Zusammenarbeit der nationalen Institutionen entspricht dem Subsidiaritätsprinzip eher.

– Siehe Euro-Evidenz, Grosskredit, Lamfalussy-Vorschlag, Zentralkreditregister, Working Group of Credit Registers.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netzwerkgeld (network money; regional money):

1 Zahlungsmittel, über die allein mittels Rechenanlagen verfügt wird; andere Bezeichnung für Computergeld.

2 Nebenwährung, deren Umlauf sich auf

1. ein räumlich abgegrenztes Gebiet und

2. denjenigen Personenkreis (networker; Networker, Vernetzten, downliner; Downliner, hier: Personen, die für den Gebrauch der Nebenwährung werben samt - nach einer Baumstruktur - allen von diesen wieder für die Verwendung der Nebenwährung überzeugte Menschen) beschränkt, der sich zur Annahme bereit erklärt; eine andere Bezeichnung für Regionalgeld.

– Siehe Geld, elektronisches, Nebenwährung, Networking.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Netzwerkindustrien (network industries):

Die Anbieter von Gas, Wasser, Strom und Telekommunikationsdiensten. Weil diese am Preisindex der Lebenshaltung in der Eurozone mit etwa sieben Prozent vertreten sind, so stehen sie im Besonderen Blickfeld der EZB.

– Siehe Zwei-Säulen-Prinzip.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2003, S. 28 ff. (Bedeutung der Netzwerkindustrien auf die Preise).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neudenominierung von Wertpapieren (re-denomination of securities):

In Europa ein Verfahren, nach welchem die ursprüngliche Denominierung eines jeweils in nationaler Währung begebenen Wertpapiers zum unwiderruflich festgelegten Umrechnungskurs auf EUR umgestellt wurde.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neubewertungsverfahren (marking-to-market process):

1 Vergleich einer offenen Position auf dem Terminmarkt mit dem jetzigen Marktkurs. - Offene Terminpositionen werden von den Banken bzw. Börsenmaklern laufend mit dem gegenwärtigen Marktpreis verglichen, um

1. allfällige Nachusssforderungen bei dem Kunden zu erheben oder

2. diesem Überschüsse gutzuschreiben.

2 D Finanzbehörden wenden dieses Verfahren nach amtsinternen Anweisungen an, um Gewinne oder Verluste des Steuerpflichtigen zu ermitteln.

– Siehe Margenausgleich, Mark-to-Market-Ansatz, Nachschuss-Aufforderung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neuer Markt (so auch im Englischen):

Im Jahr 1997 bei der Börse in Frankfurt eingerichtete selbständige Handelsplattform für Wachstumswerte. Anfang Juni 2003 wurde der Neue Markt geschlossen, nachdem aussergewöhnliche Verluste in diesem Marktsegment den Ruf der Börse gesamthaft zu beeinträchtigen drohten.

– Siehe Nemax.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neugeschäft (new business):

In der Zentralbankstatistik die von Instituten über einen Bestand hinausgehende Ausleihungen. - Diese sind für Deutschland, untergliedert nach vielerlei Merkmalen - vor allem: Laufzeit, Zinssatz, Kundengruppen - monatsweise ausgewiesen im jeweiligen Monatsbericht der Deutschen Bundesbank; die Anmerkungen hinsichtlich der statistischen Zuordnungen und Abgrenzungen sind hier besonders zu beachten.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neujahrsgeld in der älteren Literatur auch Etrenne (New Year money):

1 Früher gängiges Geschenk an Neujahr in Geld an das Dienstpersonal, und heute noch übliche Zahlung an den Postboten (CH: Pöstler; mail carrier) und den Zeitungsausträger (newspaper deliverer).

2 Früher in vielen Orten herkömmliche Zahlung an den Dorfschullehrer.

3 Bis heute noch verbreitetes Geschenk älterer Verwandter an jüngere, vor allem des Paten (godfather) an das Patenkind (godchild) und der Grosseltern (grandparents) an die Enkel (grandchildren).

4 Trotz wettbewerbsrechtlicher Bedenken (qualms in respect to competition laws) von Banken hier und da angebotenes Startguthaben (starting credit) bei Eröffnung eines Kontos (account opening) zwischen Silvester und den ersten Januartagen.

– Siehe Gevattergeld, Patengeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Neuro (neuro):

Vorgeschlagener Name der von Unheilskündern (pessimists) vorhergesagten Währung (neuer Euro; new euro) als Nachfolgegeld für den EUR dem aufgrund der hohen Verschuldung vieler Mitgliedstaaten des Eurogebiets das absehbare Ende angekündigt wird. Indes gilt hier - bis anhin zumindest - das Sprichwort: Totgesagte leben länger (the condemned live longer; there is life in the old dog yet).

– Siehe Ausstieg, Exit, Globo, Mark, Plan C, Rückkehr-Ideologie, Südfront, TARGET-Missbrauch, Terra, Teuro.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

New Economy (auch im Deutschen so wiedergegeben):

Grob gesprochen

1. Anstieg des Produktionspotentials als der zur Verfügung stehenden Angebotsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft bei

2. stabilem Geldwert und

3. sinkender Arbeitslosigkeit.

– Siehe Goldglöckchen-Wirtschaft.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 2000, S. 39 ff. (zur näheren Definition und zur zentralbankpolitischen Sicht).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

New Hire (so auch im Deutschen gesagt; seltener Neuling und Frischling):

Ein neu eingestellter Mitarbeiter in einer Bank, meistens in der Nebenbedeutung, dass er/sie noch keinen hinreichenden Einblick in das Geschäftsgeschehen (day-to-day-operations) gewonnen hat.

– Siehe Alleskönner, High Flyer, High Potential, Job-Hopper, Low Performer, Peter-Regel, Risiko, personelles, Schlafgeld, Vorabprüfung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

New View (so auch im Deutschen gesagt):

Die - bestimmt nicht neue! - Erkenntnis, dass für das Geschehen auf den globalen Finanzmärkten neben

1. dem Angebot an Geld seitens der Zentralbanken auch

2. die Dispositionen der Kapitalverwaltungsgesellschaften, Unternehmen, Privathaushalte und öffentliche Stellen sowie

3. deren Verschuldungsgrad (debt equity ratio) bei jeweils gegebenem Zinssatz von entscheidender Bedeutung sei.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nichtabnahme-Entschädigung (non-acceptance compensation):

Gebühr, die zu zahlen ist, wenn ein zur Verfügung gestelltes Darlehn

1. gar nicht in Anspruch genommen oder

2. nicht in voller Höhe ausgeschöpft wird. Denn bei dem Kreditgeber entstehen in jedem Falle Kosten für die Bereitstellung des Geldes, die billigerweise der Kreditnehmer zu tragen hat.

– Siehe Bereitstellungsgebühr, Kreditzusage, Kreditzusage, konditionsfixierende.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nicht-Bank (non-bank financial institution):

Als Begriff des Aufsichtsrechts ein Unternehmen, das weder Bank noch Versicherung ist, trotzdem jedoch den Finanzkreislauf bedeutend mitgestaltet. Hierzu zählen vor allem Hedge-Fonds-Unternehmen, Verbriefungspapiere ausgebende Zweckgesellschaften, auch Verbriefungsvehikel (securitisation vehicle) genannt, Finanzintermediäre und Finanzierungsgesellschaften.

– Siehe Schattenbankbereich, Structured Investment Vehicle.

– Vgl. Jahresbericht 2012 der BaFin, S. 47 f. (internationale Bemühungen, Nicht-Banken genauer zu bestimmen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2014, S. 18 (Klassifizierung der Nicht-Banken).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nichtbankplatz auch Nebenplatz (out-of-town place):

In früheren Dokumenten ein Ort, an dem entweder

1. keine Bank(filiale) beheimatet oder

2. keine Niederlassung der Zentralbank ansässig war. Geldsendungen mussten hier durch den Postdienst erledigt werden. Auf solche Nebenplätze ausgestellte Wechsel genossen eine besondere Regelung.

– Siehe Bankplatz, Geldbrief.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nichtmitgliedsbank (non-member bank):

In den USA eine Bank, die

1. nicht dem Zentralbanksystem angehört

2. oder auch ein Institut, das die nicht einer Clearinghaus-Vereinigung zugehört.

– Siehe Federal Reserve System, Office of Comptroller.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nichts, bilanzielles (nothing itemised on the balance sheet):

Im Jargon das Verbergen auch sehr hoher Risiken in eine mehr oder minder deutliche Anmerkung irgendwo im Anhang der Bilanz, im Lagebricht oder an anderer Stelle.

– Siehe Angaben, verschleierte, Ausserbilanzgeschäft, Back-to-Originator-Postulat, Darstellung, glaubhafte, Informations-Überladung, Kreditzusage, unwiderrufliche, Pensionsverpflichtungen, Stimmrechts-Kriterium, Verlust-Tarnung, Wesentlichkeit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Niedrigzinspolitik (policy of low interest rates, easy money policy):

Massnahmen der Zentralbank mit dem Ziel, den Zinssatz künstlich niedrig zu halten. Absicht ist dabei, Investitionen anzuregen. Diese werden jedoch in erster Linie durch Gewinnerwartungen bestimmt, Beim Fehlen entsprechender Erwartungen lockt selbst ein Nullzins grundsätzlich keine neuen Investitionen hervor. Manchmal scheint es, dass diese unbestreitbare Tatsache von Zentralbankern vergessen wird. Auch dürfte eine weitere Zinssenkung der Zentralbank kaum Wirkungen zeigen, wenn das Zinsniveau bereits niedrig ist; mit anderen Worten: die Zinspolitik der Zentralbank ist eingeschränkt.

0. Wohl aber wird der Niedrigzins die Arbeitslosenquote erhöhen. Denn wenn die realen Löhne nicht im gleichen Masse sinken wie die Kapitalkosten - und das ist angesichts der starren Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt die Regel -, dann werden viele Unternehmen Arbeit durch das nun billiger gewordene Kapital ersetzen. In erster Linie Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor (low-wage sector) gehen dadurch verloren.

1. Sodann wird das "billige Geld" in Verwendungen gelenkt, die eine vergleichsweise geringe Rendite erzielen (Immobilien, "Zementgold"), anstatt in langfristig (noncurrent) wachstumsfördernde Investitionen zum Zweck von Innovationen bei der Fertigung und am Fabrikat; die knappen Faktoren gelangen über die Zinsallkokations-Funktion also nicht mehr zum besten Wirt (to the most favourable allocation of resources). Als im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise die EZB den Zinssatz sehr niedrig hielt, verschuldeten sich viele Privathaushalte in Deutschland und legten das Geld spekulativ in Grundbesitz auch im bis dahin noch billigeren Ausland - etwa in Irland und Litauen - an, was dort die Immobilienpreise in die Höhe schnellen liess. Das Kapital fliesst also in weniger produktive und/oder risikoreiche Verwendungszwecke.

2. Ferner reizt niedriger Zinssatz den Luxuskonsum an. Privathaushalte verschulden sich billig, um etwa eine Weltreise (round-the-world trip) zu unternehmen. Und weil sich das Sparen häufig gar nicht lohnt - die Inflationsrate ist höher als der Zins auf Spareinlagen -, so werden Privathaushalte eh mehr konsumieren; und dies geschieht mit weitreichenden Folgen zu Lasten der Vorsorge für Krankheit und Alter.

3. Bei freiem Kapitalverkehr werden Carry Trades das billige Geld im Inland - etwa: Japan um 2000, Westeuropa um 2009 - aufnehmen und höher verzinslich (higher interest bearing) im Ausland - seinerzeit: vor allem in Staatsanleihen in den USA - anlegen. Es werden zudem auch international tätige Unternehmen die zum Niedrigzins aufgenommen Mittel im Verbund stehenden Firmen im Ausland zuleiten. Dadurch

4. sinkt der Wechselkurs des Landes mit der Niedrigzinspolitik; die Importe - in Japan um 2000: Erdöl, Lebensmittel - verteuern sich, und damit steigen auch die Lebenshaltungskosten an, Das jedoch trifft vor allem die Bezieher [CH: Bezüger] niedrigerer Einkommen: es kommt zu einer Einkommensumverteilung (redistribution of income).

5. Die Finanzgeschichte kann überzeugend nachweisen, dass niedriger Zinssatz die Regierungen reizt, zusätzliche Schulden zu machen und das aufgenommene Geld - besonders bei bevorstehenden Wahlen - an das Wahlvolk (electorate) zu verteilen. Solche Wahlgeschenke (election gifts) tragen in den seltensten Fällen zur Steigerung der volkswirtschaftlichen Produktivität bei.

6. Aktiengesellschaften nahmen regelmässig in Zeiten der Niedrigzinspolitik billige Kredite auf, um mit dem Geld eigene Aktien zurückzukaufen; auf diese Weise werden die Kurse künstlich nach oben getrieben.

7. Dazu bedeuten durch die Geldpolitik niedrig gehaltene Zinsen auch Verluste bei den Bankeinlagen der Privathaushalte. Diese erhalten für ihre Depositen jetzt eine nur sehr geringe Verzinsung. Zufolge genauer Berechnungen verloren die Bürger Deutschlands durch die niedrigen Zinsen für Bankeinlagen im Zuge der Niedrigzinspolitik der Zentralbank bei der Bewältigung der durch die Subprime-Krise ausgelösten Finanzkrise jährlich grob 58 Mia EUR. Damit hatte die Gruppe der Sparer und die für ihre Altersrente Einzahlenden gezwungenermassen (of necessity) die Hauptlast der Finanzkrise zu tragen (had to bear the brunt of the financial crisis), was oft überhaupt nicht erwähnt wird.

8. Auch ist an gemeinnützige Vereine und Stiftungen zu denken, deren Kapital nun weniger Ertrag bringt. Sie müssen jetzt ihre Dienste, wie etwa die Vergabe von Stipendien, zum Nachteil der Gesellschaft gesamthaft vermindern.

9. Es geraten aber auch Versicherungen und vor allem Lebensversicherungen infolge der Niedrigzinspolitik leicht in eine Schieflage. Denn diese geben herkömmlicherweise ihren Kunden in den Verträgen eine lebenslange Zinsgarantie (interest-rate guarantee). Nun aber können die Versicherungen die eingehenden laufenden Prämien bloss zu einem Zinssatz anlegen, der sehr weit unter dem garantierten Zins liegt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verlangt angesichts dessen von den deutschen Versicherungen besondere Rücklagen, um die ihren Kunden garantierten Leistungen erfüllen zu können; nach geltendem Recht ist eine Kürzung von garantierten Zinszusagen seitens der Versicherung so gut wie unmöglich. Auf dem international hart umkämpften Markt (global highly competitive markt) für Versicherungsleistungen haben dadurch deutsche Versicherungen einen Wettbewerbsnachteil (competitive disadvantage).

10. Schlussendlich treibt die Niedrigzinspolitik die Rohstoffpreise in die Höhe. Denn Versicherungen und Pensionsfonds legen auf der verzweifelten Suche nach Rendite einen Teil ihres Vermögens auf Futures-Märkten mit Rohstoffen an. - Niedrigzinspolitik ist nach alledem ökonomisch folgewidrig, und sie wirkt sozialpolitisch unter Umständen verheerend. Zudem sind ihre langfristigen Auswirkungen kaum abzusehen. Denn wenn dem Zins seine Aufgabe als Preis für Kapital genommen wird, so führt dies zur Orientierungslosigkeit (disorientation: general confusion about financial decisions and generally how to act economically) auf dem Finanzmarkt, und es ist sehr wahrscheinlich, dass so starke Verwerfungen in der Volkswirtschaft gesamthaft verursacht werden die Folge sind.

– Siehe Anmassung, zentralbankliche, Aufkäufe, zentralbankliche, Ausschüttungs-Sperre, Auswirkungsstudie zu langfristigen Garantien, Bausparvertrag, übersparter, Blase, spekulative, Blasenbildner, Carry Trades, Cash-Flow-Effekt, Diätrendite, Enteignung, kalte, Finanzialisierung, Finanzinvestition, Fragmentierung, Geld, billiges, Geldüberversorgung, Immobilienblase, Krise, zentralbankbewirkte, Liquiditätsfalle, Lug-und-Trug These, Negativzins, Nullzins, Phillips-Theorem, Quantitative Easing, Renditejagd, Repression, finanzielle, Schuldendroge, Subprime-Krise, Tarnkappen-Politik, Tresorboom, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Verfassungsartikel eins, Verschuldungsanreiz, Weginflationierung, Zinsdifferenzgeschäft, Zins, natürlicher, Zinssatz, niedrig gehaltener, Zinsallokations-Funktion, Zinsanreiz, Zinssenkungs-Politik, Zinszusatzreserve, Zombie-Bank.

– Vgl. Finanzstabilitätsbericht 2010, S. 102 f. (Auswirkungen einer Niedrigzinspolitik auf die Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer), Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 42 ff. (Niedrigzinspolitik reizt zum Eingehen höherer Risiken; Versicherungen sind von Niedrigzinspolitik besonders betroffen), Monatsbericht der EZB vom August 2013, S. 50 ff. (Aktienmarktentwicklung unter der Niedrigzinspolitik; viele Übersichten), Finanzstabilitätsbericht 2013, S. 54 (Probleme der Bausparkassen angesichts der Niedrigzinsen), S. 118 ff. (Probleme der Versicherungen), Jahresbericht 2013 der BaFin, S. 133 (Fünf-Jahres-Prognoserechnung im Rahmen der Präventiven Aufsicht bei Versicherungen und Pensionsfonds angesichts des Niedrigzinsumfelds).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Ninja-Loans (so auch im Deutschen gesagt):

Im Gefolge der Subprime-Krise aus der Finanzsprache der USA eingedrungene Bezeichnung für hochriskante Darlehn, im Besonderen zum Erwerb von Immobilien. Das Wort Ninja ist eine Abkürzung für "no income, no job, no assets". - Eine bedeutende Beweggrund für diese Darlehn war die Erwartung auf weiter anhaltende Preissteigerungen vor allem bei Wohngebäuden. Selbst bei Ausfall des bonitätsschwachen (sub-prime) Schuldners würde somit der Marktpreis der Immobilie das ausstehende Darlehn übertreffen. Darum rechnet sich das Kreditrisiko für den Gläubiger (die Bank) als verschwindend geringe Grösse.

– Siehe Ballon-Kredit, Community Reinvestment Act, Darlehn, nicht standardisiertes, Home Mortgage Disclosure Act, Jingle Mail, Kredit, regressloser, Kreditvergabe-Grundregel, Kreditkarten-Fiasko, Luftpapiere, Papiere, toxische, Pay-Green-Initiative, Subprime Lending, Subprime-Wohnraumfinanzierung, Verbriefung, Zitronenhandel, Zwei-Achtundzwanzig-Kredit.

– Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 16 (abenteuerliche Finanzierungswege; Mitschuld der Investmentbanken).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Noble:

Als Anlageobjekt nachgefragte Platinmünze der Isle of Man, die in der Standardgrösse 1 Unze Platin enthält.

– Siehe Anlage-Münze, Koala, Münze.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nochgeschäft (put or call of more, repeat option business):

Der Kauf oder Verkauf eines bestimmten Betrags von Wertpapieren mit dem vertraglich vereinbarten Recht, weitere Titel nachzufordern oder - bei einem Verkauf - zusätzliche Stücke dem Käufer auszuliefern. - In älteren Dokumenten bedeutet "einmal noch": derselbe Betrag, "zweimal noch": der doppelte Betrag.

– Siehe Arrondierung, Mehrzuteilungs-Option, Repartierung, Überzeichnung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Noise Trader (so auch im Deutschen gesagt; manchmal auch Rauschhändler):

Ein Anleger, der mangels genügender Marktkenntnis seine Entscheidungen aufgrund nebensächlicher Einflussgrössen trifft, und daher auch leicht das Opfer von Betrügern aller Art wird (an investor who makes decisions regarding buy and sell trades without the use of fundamental data. These investors generally have poor timing, follow trends, and over-react to good and bad news).

– Siehe Astroprognose, Chasing Winner, Flipper, Marktmanipulation, Milchmädchen-Hausse, Odd Lot-Theorie, Pump and Dump, Scalper, Zins¬schnäppchenjäger.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2002, S. 48.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

No-Load Fund (so auch im Deutschen gesagt; seltener [missverständlich!] abzugsfreier Fonds):

Kapitalstock einer Kapitalverwaltungsgesellschaft, bei dem kein Ausgabe-Aufschlag berechnet wird (a mutual fund whose shares are sold without a commission or sales charge). Die anfallenden Kosten werden im Zuge einer Rücknahme-Gebühr oder durch entsprechend in Rechnung gestellte höhere Entgelte für die Verwaltung abgedeckt.

– Siehe All-in-Fee, Multiple-Class Funds.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominal (in money terms):

Im Finanzbereich sehr häufig gebrauchtes Adjektiv (adjective; Eigenschaftswort, Beiwort, Wiewort) und immer in der Bedeutung, dass ein Betrag in an Ort und Stelle üblichen Geldeinheiten ausgedrückt wird, ohne Bezug zur Kaufkraft des Geldes oder anderer Umstände, wie etwa des Wechselkurses im Falle ausländischer Zahlungsmittel.

– Siehe Nominalwert.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalbetrag (nominal amount, notional amount):

Das einer Zinsberechnung zugrunde liegende Kapital, vor allem in Zusammenhang mit Swapgeschäften (the face amount that is used to calculate payments. This amount generally does not change hands and hence is referred to as notional, and thus the notional principal amount is the specified amount on which the exchanged interest payments are based).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalismus (theory for an nominal currency standard):

In der älteren Finanzliteratur die die Forderung, dass Geld keinen inneren Wert haben und lediglich aus stofflich wertlosen (Papier)Scheinen bestehen dürfe.

– Siehe Geldzweck, Metallist.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalkapital (nominal capital; share capital):

Das in Aktien aufgeteilte Grundkapital (capital subscribed) oder Aktienkapital einer Aktiengesellschaft; es muss in Deutschland derzeit nach gesetzlicher Vorschrift bei mindestens 50'000 EUR liegen. - Das Nominalkapital wird häufig mit dem Gesellschaftskapital (corporate capital) verwechselt; dieses bezeichnet aber das Vermögen der Gesellschaft.

– Siehe Aktienmehrheit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalwert (nominal value, face value, par value):

Wenn nicht anders definiert, so meint man damit den Betrag, auf den eine Schuldurkunde - ein Wertpapier wie etwa eine Aktie - lautet (the amount of money the issuer received for each paper and the amount that has to be repayed upon redemption), den Nennwert. Dieser ist vom Kurswert zu unterscheiden, nämlich dem Marktpreis des Schuldtitels.

– Siehe Façon, Nettovermögenswert, Nominal.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalzins (nominal interest rate):

1 Der nicht um die Inflationsrate bereinige Zinssatz (an interest rate that has not been adjusted for inflation).

2 Bei einem Darlehn der vertraglich vereinbarte Zinssatz abzüglich verschiedener Entgelte, so dass die wirkliche Belastung (real debiting) immer höher ist als vertragsgemäss - nominell - festgelegt.

– Siehe Effektivzins, Nominal, Zins(satz), Zins, realer.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalverzinsung (nominal interest yield):

Der auf den Nennwert bezogene Ertrag eines Wertpapiers, im Gegensatz zur Effektivverzinsung, der auf den Kurswert bezogen ist.

– Siehe Effektivverzinsung, Verzinsung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalwertgarantie (deposit guarantee):

1 Die Vereinbarung in (Kapitalanlage)Verträ¬gen, dass ein Einzahler bei Auflösung oder Beendigung des Vertragsverhältnisses - auch im Falle von Verlusten des Fonds - mit dem vollen einbezahlten Betrag abgefunden wird. - In Deutschland ist dies im Altersvermögensgesetz rechtlich vorgeschrieben. Mindestens die einbezahlte Summe muss danach zu Beginn der Auszahlungsphase bereitstehen. Freilich ist zu beachten, dass hierbei die Kaufkraft des einbezahlten und das am Ende der Vertragszeit auszuzahlenden Geldes keine Berücksichtigung findet.

– Siehe Altersvermögensgesetz, Ausgewogen, Pensionsfonds, Rabbi Trust.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2002, S. 28.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalwertprinzip (principle of nominal value):

Der Grundsatz, dass wertstabiles Geld für die moderne Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung die wichtigste Voraussetzung ist, die Masstabeigenschaft des Geldes also auf jeden Fall bewahrt werden muss. Denn eine Verzerrung dieses Masstabes hat vor allem zur Folge, dass

1. das betriebliche Rechnungswesen unbrauchbar und damit der rationelle Produktionsablauf undurchschaubar wird,

2. der Steuerungsmechanismus des Marktes (allocation mechanism of markets) nicht mehr in der Lage ist, die knappen Ressourcen der Verwendung mit der höchsten Rentabilität (dem "besten Wirt"; the best possible allocation of resources) zuzuführen,

3. der am Leistungsprinzip ausgerichtete Einkommenserwerb und die Vermögensbildung erschwert werden

4. Empfänger von Sozialhilfe unversehens unter das Existenzminimum (minimum subsistence level) abstürzen; denn es bedarf einiger Zeit, bis die Sozialverwaltung Unterstützungszahlungen an die gestiegenen Preise anpassen kann, sowie allgemein

5. Umverteilungswirkungen auftreten, die ihrerseits Spannungen im gesellschaftlichen Gefüge auslösen; hauptsächlich durch das Begehren, an scheinbaren Gewinnen teilzuhaben.

– Jede der genannten Folgen zieht zahlreiche weitere schädliche Abläufe nach sich. Aus diesen Tatsachen leitet die Theorie der Wirtschaftspolitik zurecht das "Primat der Geldpolitik" ab.

– Siehe Geld, sittliches, Geldeigentumsrecht, Geldneutralität, langfristige, Geldzweck, Inflation, Marktmechanismus, Menükosten, Money-matters-Theorem, Strukturumbruch, Valorisationsklage.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominee (so auch im Deutschen gesagt, sonst auch Beauftragter, Sachwalter, Vertreter und im abträglichen Sinne auch Strohmann [man of straw]):

1 Allgemein eine Person oder Entität, die auftrags einer anderen Partei in Erscheinung tritt und für sie handelt (a person or entity named by another to act on its behalf).

2 Auf dem Finanzmarkt im Besonderen eine Firma - in der Regel eine Bank -, die als Besitzerin von Wertpapieren auftritt, wobei aber das Eigentum an diesen Papieren bei unbekannten Adressen liegt. Der Nominee handelt daher nur als Treuhänder. - Weil aber unter diesem Deckmantel auch verbotene Insidergeschäfte getätigt wurden, wenden die Kontrollorgane an den Börsen und die Aufsichtsbehörden den Nominees besondere Beachtung zu. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Enttarnung der wirklichen Wertpapier-Eigentümer äusserst schwer, wenn nicht gar unmöglich ist - Verschiedene grosse Aktiengesellschaften haben in den letzten Jahren Stimmrechts-Beschränkungen für Nominees eingeführt. In Bezug auf die Wirksamkeit einer solchen Regelung gehen die Meinungen weit auseinander.

– Siehe Address Spoofing, Aktienanalyse, Authentifizierungsgebot, Beobachtungsvermerk, Frontrunning, Fluchtgeld, Geldwäsche, Identitätsdiebstahl, Identitätsprüfungspflicht, Inkasso-Stelle, Innominat, Insider-Transaktion, Kontensperre, Konto, falsches, Kundendaten-Informationspflicht, Nominee-Emssionsvereinbarung, Pasion-Falle, Registriergeld, Scalping, Scheintransaktionen, Street Name, Strohmann, Treuhandvertrag, Untertunnelung, Zweitausweis.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominee-Emssionsvereinbarung (warehousing agreement):

Der Besitzer einer Aktie verkauft diese an einen Strohmann. Er verpflichtet sich gleichzeitig diese

1. zu einem festgesetzten Preis

2. nach einer bestimmten Zeit von dem Strohmann zurückzukaufen (the real shareholder sells his shares to a nominee and makes a commitment to repurchase them at a given time and at a specific price).

– Zweck solcher Vereinbarungen ist es, die tatsächlichen Aktionäre - Privatpersonen, häufiger: Unternehmen - für einige Zeit, vor allem auch bei Hauptversammlungen, geheimzuhalten.

– Siehe Fusionen und Übernahmen, Nominee, Pairoff.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nonaffektations-Prinzip (principle of general budget-appropriation):

In der Finanzwirtschaft der Staates der Grundsatz, dass öffentliche Einnahmen nicht an bestimmte Ausgabenzwecke gebunden werden dürfen. In Deutschland ist eine Zweckbindung haushaltsrechtlich in einigen Fällen (etwa: Kraftfahrzeugsteuer, CH: Motorfahrzeugsteuer; motor vehicle tax) erlaubt. - Sinn und Absicht des Nonaffektations-Prinzips ist es, dem Parlament und dem Finanzminister einen breiten Entscheidungs- und Handlungsspielraum zu gewährleisten.

– Siehe Fondswirtschaft, Haushalt, Nebenfonds, Parafiskus, Tilgungsfonds.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nonagium (nonage):

In alten Dokumenten ein Neuntel des Wertes vom beweglichen Vermögen eines reichen Verstorbenen, welches der Armenkasse bzw. milden Stiftungen zufloss (a ninth part or portion, esp. of movable goods, once to be paid to the poor box or charity upon death of affluent people).

– Siehe Armengeld, Detz, Fallgeld, Sterbegeld, Zehnt.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Non-deliverable Forwards, NDF (so auch im Deutschen gesagt; seltener Terminkontrakte ohne Lieferung):

Devisentermingeschäfte, bei dem von vornherein kein Währungstausch (settlement) vereinbart wird. Vielmehr ist bei Fälligkeit eine Ausgleichzahlung in Höhe des Unterschiedes zwischen dem vertraglich festgelegten Kurs und dem Kurs am Tag der Fälligkeit zu zahlen. - Praktisch wird heutzutage in einem NDF-Geschäft eine nicht frei konvertierbare Währung gegen frei konvertierbare Zahlungsmittel getauscht, bei Letzteren handelt es sich zumeist um USD und EUR. Ein Kontrakt lautet

1. auf einen festen Betrag der nicht konvertierbaren Währung,

2. auf ein bestimmtes Fälligkeitsdatum und

3. auf einen vereinbarten Terminkurs. Bei Fälligkeit wird der Tageskurs (reference price; Referenzkurs) mit dem ausgemachten NDF-Kurs verglichen. Der Unterschiedsbetrag muss in der konvertiblen Währung bezahlt werden. In der nicht konvertiblen Währung findet keine Zahlung und keine Kontobewegung statt.

– Siehe Kurssicherung, Swap, devisenbezogener, Währungsoption.

– Vgl. Jahresbericht 2007 der EZB, S. 170 (Zulassung des Continuous Linked Settlement-Systems für Geschäfte mit NDFs).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Non-Investment Grade und Sub-Investment Grade auch Speculative Grade (so auch im Deutschen gesagt; seltener verlustdrohende Anlage):

Eine Geldanlage, von der im Voraus wegen des zu hohen Verlustrisikos abzuraten ist (low-quality notes or bonds that may be in danger of default because of the comparatively high levels of debt that the issuing company has in relation to the total of equity).

– Siehe Bad Bank, Dampfstube, Dingo-Werte, Domizil-Verschleierung, Equity-Banking, Finanzgeier, Firmenbestatter, Geheimtip, Glamour Stocks, Glücksspieleffekt, Go-go-Fonds, Investment Grade, Junk-Bonds, Klartext, Kreditgefährdung, Offshore Finanzplätze, Penny-Stocks, Private-Equity-Finanzie¬rung, Terror-Papiere, Verständlichkeit, Vorhersagen, Zitterprämie.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Non Opening (so auch im Deutschen gesagt; seltener Startaufschub):

An der Börse die Hinausschiebung der Eröffnung im Handel mit einem bestimmten Wertpapier, solange nicht ein in der jeweiligen Börsenordnung festgelegter Mindestumsatz (round lot) in diesem Wertpapier ansteht.

– Siehe Mindestschluss, Notierung, variable, Odd Lot.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Non-performing loans und Non performing loans sowie Nonperforming loans NPLs (so auch in der Regel im Deutschen gesagt):

1 Darlehn von Unternehmen bei Banken - und auch zunehmend bei Hedge-Fonds - mit dem alleinigen Zweck, die Bilanzstruktur zu verbessern; also nicht, um Investitionen zu tätigen. Man spricht hier auch von Retuschierkredit. Mit dem aufgenommenen Fremdkapital sollen vor allem Insolvenzen vermieden - hier sind häufig Hedge-Fonds oder Staatsfonds die Kapitalgeber - und allgemein die unternehmerische Beweglichkeit (entrepreneurial flexibility) sichergestellt werden.

2 Andere Bezeichnung für einen notleidenden Kredit bzw. in weiter Definition jede Art von Problemkrediten (situation which sees the borrower not paying on time and/or in full any interest and/or principal due as per the amortisation schedule).

– Siehe Default, Kredit, notleidender, Reintermediation, Verlustabsorbierung.

– Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 124 (Auslegung des Begriffes), S. 125 (Umfang der Geschäfte), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 131 f. (Berechnung des NPL-Volumens; Entlassung durch Veräusserung von Problemkrediten; Investitionen in NPLs), Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 138 f. (NPLs 1998 bis 2006; juristische Klärung von NPL-Verkäufen), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 134 (Umfang der NPLs ging zurück; Schaubild), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 153 f. (Anstieg der NPLs; Übersicht NPLs seit 1998), Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 169 (Neudefinition des Begriffes NPL; 2010 Quote von NPLs von 3,2 Prozent der an Nichtbanken ausgereichten Darlehn), Jahresbericht 2013 der BaFin, S. 72 (Meldeanforderungen). S. 98 (Bestände) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Aufsicht über Banken, Finanzdienstleister und Zahlungsinstitute".

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nonvaleurs (worthless securities):

Wertpapiere, die

1. von Anfang an wertlos waren, mit Einschluss der Falsifikate,

2. inzwischen wertlos geworden sind oder

3. unter den gegebenen Umständen wertlos erscheinen. Diese beiden zuletzt genannten Arten können, wenn sie in Papierform sind, möglichenfalls als Sammlerobjekt später wieder einen sogar erheblichen Marktwert erreichen.

– Die Neigung zum Sammeln historischer Wertpapiere nennt man auch Scripophilie (scripophily), wobei dieser Begriff aber im weiteren Sinne die Sammlerleidenschaft für alte Dokumente gesamthaft bezeichnet.

– Siehe Absenzkapitalismus, Billigkopie, Dingo-Werte, Falschberatung, Finanzgeier, Freiverkehr, Frontrunning, Geheimtip, Geldwäsche, Ghettobanking, Glamour Stocks, Hawala, High risk countries, Internet-Angebote, Kursmanipulation, Offshore Finanzplätze, Make-up, Papiere, toxische, Scalping, Schattenbankbereich, Scheintransaktionen, Subprime-Krise, Underground Banking, Verbriefungspapiere, Wechselstuben, Winkelmakler.

– Vgl. Jahresbericht 2011 der BaFin, S. 178 f. (umwegiger, betrügerischer Absatz von Nonvaleurs durch Finanzdienstleister).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nordisch-Baltische Börse, OMX (nordic-baltic exchange):

Zusammenschluss bzw. Kooperation mehrerer Börsen in dem durch den Namen bezeichneten geographischen Raum.

– Siehe Börse.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2007, S. 71 f. (Entstehung der OMX; Beteiligte; Handelssysteme).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nord-Ostsee Sparkasse, Nospa:

Dieses Institut mit Hauptssitz in Flensburg geriet aufgrund leichtsinniger Kreditgewährung der ehemaligen selbständigen und 2008 mit der gesunden Nord-Ostsee Sparkasse verschmolzenen Sparkasse Flensburg in Schwierigkeiten. Verschiedene Stützungsmassnahmen der Sparkassenorganisation waren nötig, um eine Insolvenz dieser Sparkasse zu vermeiden.

– Siehe Aufsichtsrats-Mitglied, Sachkunde, Sparkasse KölnBonn.

– Vgl. Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 158 (Aufzählung der Stützungsleistungen).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Normalbegebung (vanilla issue):

Eine Emission mit den üblichen, markttypischen Ausstattungsmerkmalen (a security issue that has all the standard. i.e. generally prevailing features and no unusual provisions).

– Siehe Begebung, Daueremission.

– Vgl. den Anhang "Statistik des Euro-Währungsgebiets" im jeweiligen Monatsbericht der EZB, Rubrik "Finanzmärkte". Dort Unterteilung nach Wertpapieren allgemein und (börsennotierten) Aktien; in den "Erläuterungen" Quellen und Abgrenzungen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Normalverteilung (Gaussian distribution):

Auf dem Finanzmarkt in der Regel anzutreffende Werteverteilung um einen Mittelwert in Fällen, wo eine grosse Anzahl von Käufen und Verkäufen stattfindet. Gekennzeichnet ist die Normalverteilung durch gleiche Wahrscheinlichkeit einer negativen und positiven Abweichung vom Mittelwert. Dieser berechnet sich, wenn nicht anders angegeben, aus der Summe der einzelnen Messwerte geteilt durch ihre Anzahl.

– Siehe Modellrisiko, Normalverteilungs-Doktrin, Verteilung, stabile.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Normalverteilungs-Doktrin (Gaussian distribution thesis):

In vielen finanzmathema-tischen Modellen die Annahme, dass die Erträge eines Vermögenswertes einer Normalverteilung so folgen, dass kleine prozentuale Tagesgewinne oder Tagesverluste viel wahrscheinlicher sind als mittlere oder grosse Bewegungen nach oben oder nach unten. - Demgegenüber bleibt es eine Tatsache, dass es beispielsweise an den Aktienbörsen bis anhin viel häufiger zu grossen Kurseinbrüchen kam, als es diese Annahme unterstellt. Nach der Normalverteilungs-Doktrin dürfte es zu einem Börsenkrach wie im Oktober 1987 oder auch Turbulenzen wie in der Subprime Krise 2007 nur einmal in 10 hoch 87 Jahren vorkommen. Tatsächlich aber kam es etwa alle 38 Jahre zu einem Börsenkrach.

– Siehe Finanzmathematik, Formeln, finanzmathematische, Modellrisiko, Verteilung, stabile.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Normal-Werte (general standard values):

Handelsbereich an der Deutschen Börse mit den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen hinsichtlich der Berichtspflicht (reporting requirements).

– Siehe Erstklasse-Werte.

– Vgl. Geschäftsbericht 2002 der Deutschen Bundesbank, S. 51.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Northern Rock-Debakel (Northern Rock debacle):

Im Zuge der Subprime-Krise geriet die auch als Sport-Sponsor weithin bekannte, angesehene englische Hypothekenbank Northern Rock mit Hauptsitz in Regent Centre nahe Newcastle upon Tyne und zu diesem Zeitpunkt 76 Filialen im In- und Ausland ins Strudeln. Dies löste einen Run auf die Einlagen der Bank aus; Mitte September 2007 hoben die Kunden innert nur dreier Tage fast zwei Milliarden GBP (!) von den Konten der Bank ab. Der Aktienkurs der Bank sank um dreissig Prozent. - Die von der Subprime-Krise kaum betroffene und kerngesunde Lloyds TSB Bank in London wollte daraufhin die Northern Rock übernehmen. Die englische Zentralbank verbot jedoch die Übernahme. - Zur Überraschung aller verbürgten vielmehr jetzt die Zentralbank und die britische Regierung die Einlagen bei der Northern Rock. Tage zuvor noch hatte die Bank of England sich geweigert, als Geldverleiher letzter Instanz für die Northern Rock einzutreten. Nach gescheiterten Verkaufsversuchen wurde die Northern Rock dann schliesslich im Februar 2008 zu hundert Prozent von der britischen Regierung übernommen. - Das Hin und Her (zigzag course) der englischen Zentralbank löste eine weltweite Debatte darüber aus, ob leichtsinnige Risikoplanung und waghalsiges Spekulieren eines Instituts - wie bei der Northern Rock geschehen - durch öffentlichen Beistand gedeckt werden dürfe. - Gleichzeitig zeigte sich, dass selbst eine Regionalbank wie Northern Rock für das Finanzsystem gefährlich werden kann, wenn ein Run auf das Institut einsetzt.

– Siehe Aufkäufe, zentralbankliche, Bail-out, Bankenkrise, Bankzusammenbruch, Bradford-Verstaatlichung, Crash, Einlagensicherung, Fortis-Rettung, Fristentransformations-Risiko, Geldverleiher letzter Instanz, Hypo Real Estate-Rettung, IndyMac-Pleite, Luftpapiere, Marktdisziplin, Ninja-Loans, Moral Hazard, Mortgage Equity Withdrawal, Papiere, toxische, Refinanzierungs-Risiko, Rückschlag-Effekt, Run, Schock-Bewälti¬gung, Vermögensabgabe, Vertrauen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nostro Flag (so auch im Deutschen; seltener Eigengeschäft):

An der Börse von einer Transaktion gesagt, das ein Börsenmitglied im Eigenauftrag abwickelt.

– Siehe Börsenhändler, individueller, Börsianer, Kulisse, Kursmakler, Local, Markt, amtlicher, Skontroführer, Spekulationshändler.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nostromarkt (interbank money market):

Wenn nicht anders definiert, kurzfristige Geschäfte mit Zentralbankgeld zwischen Banken in einem Währungsgebiet (this market allows for large financial institutions, such as banks and mutual funds, to borrow and lend money at interbank rates. The loans in this market are very short, usually lasting no longer than a week and are regularly used to help banks meet reserve requirements).

– Siehe Interbanken-Geldmarkt.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nota (bill; specification of weights; invoice):

1 In älteren Dokumenten die schriftliche Berechnung der Bank über angekaufte bzw. verkaufte Wertpapiere.

2 An Warenbörsen und im Handel früher gesagt für die Auflistung von übersandten Waren mit Gewichtsangabe.

3 Früher häufiger, heute seltener auch die Bezeichnung für eine Rechnung allgemein.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notadresse auch Hilfsadresse und in älteren Dokumenten Besoin (referee in case of need, emergency address):

Auf einer Schuldurkunde allgemein und einem Wechsel im Besonderen die Angabe einer Adresse, die bei Nichtzahlung des Verpflichteten einsteht. - Papiere mit einer Notadresse wurden - und werden auf heute noch - weithin mit einem gewissen Argwohn eingeschätzt. Denn es liegt die Vermutung nahe, dass der angegebene Schuldner bei Fälligkeit nicht zahlen kann oder will.

– Siehe Aussteller, Bezogener.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notausstieg (off emergency):

In Zusammenhang mit der Eurozone das Verlassen der Währungsunion durch ein Mitglied, wenn Umstände eintreten, welche der Volkswirtschaft des Staates aufgrund der Zugehörigkeit zur Währungsunion und im Besonderen durch vertragswidriges Verhalten anderer Mitglieder grosse Schäden bringen. - Ob ein solcher Notausstieg möglich ist und welche Folgen sich daraus ergeben würden, ist Gegenstand weitläufiger Erörterungen in der bezüglichen Fachliteratur.

– Siehe Exit, Griechenland-Krise, Plan C, Rettungspaket, Rückkehr-Ideologie, Tina, Zwei-Wege-Option.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Note (note):

1 Vor allem in der älteren Finanzsprache ein Zahlungsversprechen (a promise to pay a specified amount on demand or at a certain time).

2 Umgangssprachlich häufig für Banknote (a piece of paper money).

– Siehe Notes.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 2007, S. 111 ff. (zweite Serie der Eurobanknoten).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notenbank (note issuing bank):

1 Eine Bank, die Papiergeld (bank notes; Banknoten) in Umlauf bringt.

2 Heute bisweilen noch gebrauchte Bezeichnung für die Zentralbank. Manche sprechen hier sogar von der Zentralnotenbank.

– Siehe Münzregal, Währungsbank, Zettelbank.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notenbankfähigkeit (eligibility for central bank credit):

Bonitätsklasse, die bei der Verpfändung von Sicherheiten an die Zentralbank vorausgesetzt wird. - Bei der EZB sind auch Verbriefungspapiere, welche den Anforderungen an die Notenbankfähigkeit genügen, grundsätzlich eingeschlossen. Allerdings sind bei Asset-Backed Securities

1. nur die höchstrangige Senior-Tranche bzw. allfällige Sub-Tranchen dieser zulässig,

2. die Papiere müssen durch Forderungen besichert sein, die von der Zweckgesellschaft im Rahmen einer True-Sale-Verbriefung übernommen wurden,

3. die Besicherung durch Forderungen in Form von Derivaten bleibt ausgeschlossen und

4. die Zweckgesellschaft muss ihren Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum haben.

– Mit Einführung des Einheitlichen Sicherheitsverzeichnises des Eurosystems am Jahresbeginn 2007 verlor der Handelswechsel seine Stellung als notenbankfähige Sicherheit.

– Siehe Beleihbarkeit, Bonitätsanalyse, zentralbankliche, Kategorie-2-Sicherheit, Rahmenwerk für die Bonitätsbeurteilungen, Repo-Geschäfte, Sicherheiten, Sicherheiten, marktfähige, Unterlegung.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2004, S. 59 ff. (ausführliche Darstellung), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2007, S. 93 ff. (Vergleich der Regelungen für Sicherheiten bei der EZB mit USA und Japan; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Februar 2008, S. 102 (Notenbankfähigkeit von Asset-Backed Securities), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 117 f., S. 121 f. (Erweiterung des Verzeichnisses notenbankfähiger Sicherheiten während der Finanzkrise), Jahresbericht 2011 der Deutschen Bundesbank, S. 46 f. (notenbankfähige Sicherheiten allgemein und die Senkung der Standards; Zusammensetzung der bei der Deutschen Bundesbank eingereichten Sicherheiten).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notes (notes):

1 Schuldverschreibungen jeder Art (promises of any kind to pay a specified amount on demand or at a certain time).

2 Privatplazierungen.

– Siehe Commercial Papers, Credit-Linked Notes, Euro-Notes, Medium Term Notes, Note.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notfallfonds für Krisenbanken (emergency fund in favour of crisis-ridden banks):

Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise im Jahr 2009 seitens deutscher Institute angeregtes Sondervermögen, um Banken in einer Krisenlage zu unterstützen. Der Fonds sollte gemeinsam von Instituten und der Regierung gespeist werden. Der Vorschlag stiess allgemein auf Ablehnung, weil er als besondere Form des Moral Hazard dem leichtsinnigen Geschäftsgebaren einzelner Banken Vorschub leisten würde.

– Siehe Bailout, Banktestament, Crisis Management Groups, Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen, Vermögensabgabe, Zwangsenteignung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notfall-Liquiditätshilfe (emergency liquidity assistance, ELA):

Bei der EZB die Möglichkeit, dass grundsätzlich zahlungsfähige, aber vorübergehend illiquide Institute gegen Hinterlegung entsprechender werthaltiger Sicherheiten von der heimischen Zentralbank mit Bargeld ausgestattet werden. Im Zuge der sich zu einer Finanzkrise ausgeweiteten Subprime-Krise wurden solche Liquiditätshilfen 2009 in Deutschland bei der Hypo Real Estate-Rettung gewährt, um Ansteckungswirkungen auf andere Banken abzumildern bzw. solchen vorzubeugen. - Zu Jahresbeginn 2011 hatte die EZB den Instituten im Eurogebiet gut 500 Mia EUR zur Verfügung gestellt. Davon entfielen mehr als 300 Mia EUR auf Banken der Länder Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Damit saugte nicht einmal ein Viertel der europäischen Banken knapp zwei Drittel der Liquidität ab, welche die EZB zur Verfügung stellte. Europas Bankenlandschaft teilte sich zu diesem Zeitpunkt in zwei Klassen: Auf der einen Seite stehen die Institute, die aus der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise mehr oder weniger gut herausgekommen sind. Auf der anderen Seite befinden sich jene, die auf absehbare Zeit am Tropf der Zentralbank hängen. - Die Notfall-Liquiditätshilfe ist praktisch zu einer langfristigen Unterstützung der Banken geworden, zumal seit Februar 2012 die einzelnen Zentralbanken der EWU auch gegen mindere Sicherheiten - also unter dem Niveau des von der EZB festgelegten Sicherheitsrahmens- Kredite vergeben können. Es ist lediglich eine Informationspflicht an die EZB nötig. Viele Beobachter sehen in der Umwandlung (Umfunktionierung; changing the function) der Notfall-Liquiditätshilfe in eine Dauereinrichtung ein Anzeichen für ein Auseinanderbrechen der EWU und zu einer Einladung zum Anwerfen der Gelddruckmaschine (money printing machine) durch nationale Zentralbanken. - Im Falle Griechenland finanzierte die EZB über die ELA den Staat, obschon Griechenland die von der Troika festgelegten Bedingungen eines Hilfsprogramms nicht eingehalten hatte.

– Siehe Bankenkrise, Bankzusammenbruch, Bail-out, Bradford-Verstaatlichung, Einlagensicherung, Geldmarkt-Operationen, Geldverleiher letzter Instanz, Griechenlandkrise, Liquiditätspool, Moral Hazard, Northern Rock-Debakel, Rahmenwerk für die Bonitätsbeurteilungen im Eurosystem, Risiko, subjektives, Rückschlag-Effekt, Strafzins, Sifi-Oligopol, Too big to fail-Grundsatz, Überlauf-System, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Vermögensabgabe.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2012, S. 33 f. (Ausweitung des Verzeichnisses notenbankfähiger Sicherheiten im EZB-Rat durchgesetzt), Monatsbericht der EZB vom Juli 2013, S: 77 ff. (ausführliche Darstellung der Entwicklung des Sicherheitsrahmens und der Sicherheiten; viele Übersichten).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notfall-System (backup system):

Organisatorische Anweisungen und technische Einrichtungen bei einem Institut, die einen störungsfreien Geschäftsablauf (business continuity) auch bei Ausfall informationstechnischer Einrichtungen gewährleisten. Die Aufsichtsbehörden schreiben solche Vorkehrungen in der Regel vor. In Deutschland ist dies durch § 25a KWG zur gesetzlichen Pflicht (legal obligation) für alle Institute gemacht (an arrangement planned to replace the primary system in the event of the primary system being unable to function for whatever reason).

– Siehe Auslagerung, Back-off-Bereich, Flash Crash, Geschäftskontinuität, Informations-Sicherung, Infrastructure Providing, Insourcing, IT-Risiken, Outsourcing-Risiken, Risiko, banktechnisches, Risiko, operationelles, Service Line, Stromrisiko, Systemkollaps, Technologie-Risiken, Transferrisiken, Wartungszeit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notgeld (emergency money; nest egg):

1 Papiergeld - seltener auch Münzen -, das bei Knappheit an Zahlungsmitteln besonders in Kriegszeiten und bei galoppierender Inflation ersatzweise von Städten, Kreisen, Provinzen und anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, selbst auch von Banken und Firmen, ausgegeben wird. Zur Zeit der Hochinflation in Deutschland im Frühjahr 1923 waren 1'723 (!!) Druckereien damit beschäftigt, neue Geldscheine herzustellen, deren Wert aber oft schon bei Ankunft in den Reichsbank-Niederlassungen gesunken war, und die deshalb an Ort und Stelle mit neuem Wertaufdruck überstempelt (marked) werden mussten.

2 Im engeren Sinne zwischen 1914 und 1924 in Deutschland ausgegebenes Papiergeld, das unter sehr unterschiedlichen Bezeichnungen - wie Anweisung, Aushilfskleingeld, Bon, Kupon, Depotquittung, Ersatzwertzeichen, Fabrik-Kassenbon, Garantieschein, Geldschein, Girokarte, Gutschein, Interimskassenschein, Karte, Kassenschein, Kleingeld, Kleingeldersatzschein, Kreditschein, Kriegsgeld, Kriegsschein, Marke, Notgeldschein, Notgeldzwischenschein, Notgutschein, Platzanweisung, Quittung, Restbetrag, Rückvergütungssammelschein, Scheck, Gutschrift, Schein, Notgeld, Spareinlage, Sparmarke, Sparschein, Stadtkassenbon, Warengutschein, Wechselgeldwertmarke Wechselschein, Zettel und andere Benennungen - in den Zahlungsverkehr eingespeist wurde.

3 In älteren Dokumenten auch Geld oder geldnahe Vermögenswerte für den Fall einer unvorhergesehenen finanziellen Zwangslage; auch heute oft in Bezug auf einen Privathaushalt neben Notgeld auch Notgroschen, Notpfennig (nest egg), Spargroschen und Sparpfennig (savings for rainy days) genannt (money saved particularly as a reserve fund for use in emergencies or retirement; a bank account or other form of investment which regularly increases in value by virtue of interest accrued or additional deposits made).

– Siehe Behelfsgeldschein, Ersatzgeld, Ersatzmünzen, Geldmangel, Inflation, galoppierende, Kassenschein, Notreserve, Obsidional-Münzen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notierung (quotation, quote):

In der Finanzsprache der Kurs (stock market price; Preis) eines Vermögensgegenstandes - Wertpapier, Ware - an der Börse (a statement of the current market price of an listed asset).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notierung, ausgesetzte (delayed quotation):

Der bei Marktstörungen in der Börsenordnung vorgesehene Unterbruch des Handels mit einem Papier oder einer Ware für einen Zeitraum in der Regel bis zwanzig Minuten (price quotes that are delayed fifteen to twenty minutes from an exchange).

– Siehe Algorithmushandel, Einstellung, Gap, Handeslaussetzung, Kursschwankungs-Limit, Tick-up-Rule.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notierung, genannte (nominal quotation):

Geschätzter Kurs eines Wertpapiers, also ein Preis, der nicht durch ein tatsächlich abgeschlossenes Geschäft - ob an der Börse oder ausserbörslich - zustande kam (the approximate price of a security when there is no firm bid or asking price, and provided for informational purposes only).

– Siehe Kurs, genannter.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notierung, variable (variable quotation):

An deutschen Börsen werden Effekten mit grösseren Umsätzen innert der Börsenzeit fortlaufend notiert (the current price of a share is continually displayed as the highest bid and lowest offer [ask price], along with the last price). Die Aufträge und Abschlüsse im variablen Handel müssen eine Mindestanzahl umfassen.

– Siehe Einheitskurs, Non Opening, Odd Lot.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notlage, finanzielle (financial distress):

Zahlungsschwierigkeiten eines Unternehmens, seltener auch auf einen Privathaushalt oder Staat bezogen (financial distress occurs when a household or a firm cannot meet its obligations of repayment). - Kann eine Firma ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr pünktlich nachkommen (is not able to meet its debt obligations punctually), so ist dies in der Regel die Vorstufe zum Konkurs, zumal es in einer solchen Lage schwer sein wird, Darlehn neu aufzunehmen (it becomes difficult for the company to raise new funds).

– Siehe Fusionen und Übernahmen, Gehalts-Stop, Insolvenz, Liquidität, Spieler-Pleite, Staatsbankrott, Vulture Fund, Zahlungsunfähigkeit.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notlagentarif (emergency tariff):

In der Krankenversicherung 2013 eingeführte Regelung. Danach werden Versicherte, die ihrer Pflicht zur Beitragszahlung auch nach gesetzlich festgelegtem Mahnverfahren nicht nachkommen, in eine besondere Tarifgattung überführt. Nur zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft hat hier die Versicherung einzustehen.

– Vgl. Jahresbericht 2013 der BaFin, S 149 f. (Einzelheiten zum Notlagentarif).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notreserve (emergency reserve):

Wenn nicht anders definiert bei einer Bank der Bestand an erstklassigen, hochliquiden Wertpapieren, wodurch sichergestellt wird, auch dann noch zahlungsfähig zu bleiben, wenn Refinanzierungsmärkte zusammenbrechen. - Während der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise wurde die Notreserve als vernünftiger Baustein im Liquiditätsmanagement besonders wichtig.

– Siehe Notgeld.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notruf-Nummer (emergency number):

Einheitliche Telephonnummer - in Deutschland seit Mitte 2005 die Nummer 116 -, bei der Nutzer abhanden gekommener Karten aller Art an den jeweiligen Ausgeber der Karte vermittelt werden.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 102 (dort auch Internetadresse: http://www.sperr-notruf.de).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notzeit-Anlagen (rainy day-assets):

Allgemein alle Investitionen, die dann eine Wertsteigerung erfahren, wenn zu Zeiten hoher Unsicherheit andere Anlagegüter an Wert verlieren.

– Siehe Anleihe, indexgebundene, Aufwertungsdruck, Euroflucht, Finanzinsel, Fluchtgeld, Geldanlage, sichere, Geldheimat, Geld, heisses, Gnomen von Zürich, Hafen, sicherer, Safe Haven Flows, Spill-over-Effekt, Swap, inflationsindexierter.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2014, S. 19 f. (Definitionsfragen; empirisch fassbare Safe Haven-Transaktionen; Literaturhinweise).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Novation, seltener Ersetzungsakt (novation):

1 Die Umwandlung einer Schuldverschreibung durch Emission einer neuen an Stelle der aufgehobenen (substitution of a new obligation for an old one).

2 Der Eintritt eines neues Gläubigers oder Schuldners in einen bestehenden Vertrag (the replacement of a new creditor or debtor for an old creditor or debtor).

– Siehe Anleihe, kündbare, Option, zusammengesetzte, Rückkaufschutz.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nugget, seltener Klumpen (nugget):

Seit 1987 ausgegebene australische Goldmünze, die ursprünglich in der Standardgrösse 1 Troy-Unze Gold enthielt und zu Anlagezwecken vor allem in Asien erworben wird. Inzwischen gibt es auch grössere Stücke, wie 2 Unzen, 10 Unzen und sogar 1 Kilogramm = Large Australian Nugget. Seit der Ausgabe 2008 heisst der Nugget amtlich Australian Kangaroo; das Jahr der Prägung befindet sich auf dem Revers.

– Siehe Bullion coin, Noble, Koala, Troy-Unze, Unze.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nuklearoption (nuclear option):

In der Wortwahl eine das Waffenlager der staatlichen Streitmacht vergleichende Bezeichnung für zentralbankliche Aufkäufe allgemein und im Besonderen für die Entscheidung der EZB aus dem Jahr 2009, stützend für nicht absetzbare Staatsanleihen von Mitgliedsländern einzutreten. Anleihekäufe gehören nach der herrschenden Meinung in der Geldlehre (prevailing opinion in monetary theory) zu den Waffen einer Zentralbank, die nur im äussersten Notfall eingesetzt werden dürfen, nämlich ausschliesslich dann, wenn der Wirtschaftskreislauf völlig zu zusammenbrechen droht und alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. - Mit den Ankauf von in der Regel wertlosen Staatsanleihen aus dem Besitz von Banken wurden nicht zuletzt viele wackelige Institute (endangered banks) für den 2014 anstehenden Stress-Test durch die bei der EZB angesiedelte europäische Bankenaufsicht gewappnet. Geschah dies mit Vorbedacht, dann sind die Befürchtungen der Kritiker der europäischen Bankenaufsicht berechtigt, die nachdrücklich davor warnten, diese neue Aufsichtsbehörde bei der EZB anzusiedeln.

– Siehe AIG-Deal, Anleihe-Spread, Anmassung, zentralbankliche, Bail-out, Bank, systemische, Bankenunion, Bazooka, Bilanzbereinigung, Blame game, Blutzoll, Risikoteilung, ClubMed, Covered Bonds, Defizit-Finanzierungsverbot, Enteignung, kalte, Euro-Anleihen, gemeinsame, Europäische Währungsunion, Grundfehler, EZB-Sündenfall, Friedman-These, Griechenland-Krise, Irland-Krise, Liquiditätshilfen für Notfälle, Moral Hazard, Plan C, Politikklammer, Politikverzug, Quantitative Easing, Schuldendroge, Siebenprozent-Grenze, Staatsschulden-Rückführung, Schuldentilgungspakt, europäischer, Transferunion, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Unschärfe, konstruktive, Vermögensabgabe, Vertragstreue, Vertrauensblase, Zwangsenteignung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nullausschüttung (zero payout [rate]):

Eine Aktiengesellschaft behält erzielte Gewinne ein und verwendet diese zum Ausbau des Unternehmens, anstatt diese an die Aktionäre zu verteilen (a company retains all or most of its profits for the purpose of financial consolidation or/and further expansion instead of paying out dividends to shareholders).

– Siehe Abschottung, Gewinnbesteuerung, Gewinnverlagerung, Immunisierung, Innenfinanzierung, Kapital, internes, Rangfolge-Theorie, Selbstfinanzierung.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nullkupon-Anleihe seltener abgezinste Anleihe (zero-coupon bond):

1 Allgemein ein Wertpapier, bei dem während der gesamten Laufzeit lediglich eine Zahlung anfällt (a bond that has only one final stream with both capital and capitalised interest). Anstelle der sonst üblichen Verzinsung erfolgt

1. die Emission entweder mit einem Abschlag gegenüber der Hundert-Prozent-Rückzahlung (discount bond) oder

2. die aufgelaufenen Zinsen samt Zinseszinsen werden erst am Ende der Fälligkeit der Anleihe ausbezahlt. Solche Papiere sind für Anleger vor allem dann von Vorteil, wenn die zu versteuernden Zinseinnahmen in die Zeit mit minderen Einkünften - etwa nach dem Eintritt in den Ruhestand - fallen.

2 Bei der EZB im Besonderen: Wertpapiere, die unter Abzug eines Diskonts begeben werden sowie Wertpapiere, bei denen eine einzige Zinszahlung bei Fälligkeit erfolgt. - Strips sind eine besondere Art von Nullkupon-Anleihen.

– Siehe Abzinsungspapier, Balloon, Rentenanleihe, Schuldverschreibung, Swap, inflationsindexierter, Strip, Tilgungsträger.

– Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2006, S. 16 ff. (zur Zinsstruktur).

– Vgl. das monatlich erscheinende Statistische Beiheft "Kapitalmarktstatistik" der Deutschen Bundesbank zum Umfang der Begebungen, und dort in den Erläuterungen wichtige Definitionen und Einteilungen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nullsatz (zero VAT rate):

Wenn nicht anders definiert ein Geschäft, bei dem keine Umsatzsteuer (value added tax) anfällt, wie beispielsweise derzeit beim Kauf und Verkauf von Gold.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nullzins (zero interest rate):

Ist der Zinssatz - durch entsprechende Zentralbankpolitik, wie um 2000 in Japan und im Zuge der Euro-Krise in der EWU - nahe null, dann wird die Sparquote ebenfalls auf null oder gar darunter zurückgehen. Das Angebot an Krediten versiegt unter Umständen, weil Anleger ihr Geld nicht mehr zur Bank bringen, sondern sich höher verzinslichen Investitionen zuwenden, wie vor allem Immobilien. Unternehmen tätigen aber Neuinvestitionen selbst bei einem Zinssatz von null nicht, wenn die Aussichten auf Gewinn schlecht sind. Wohl aber werden

1. Arbitrageure das billige Geld im Inland aufnehmen, um es (hoch)verzinslich im Ausland anzulegen, was den Wechselkurs der Währung im Niedrigzinsland drückt und seine Importe verteuert,

2. Unternehmen im Inland relativ teure Arbeit - gemessen am Verhältnis Lohn zu Grenzprodukt der Arbeit - durch jetzt billige Investitionen in Maschinen ersetzen, was Arbeitsplätze in den Niedriglohnsektoren (low-wage sectors) freisetzt und sozial unerwünscht ist,

3. Investitionen mit vergleichsweise geringer Rendite - und damit bei gegebener weltweiter Konkurrenz um die knappen Mittel mit wenig zukunftsträchtiger Verwendung - werden angeregt, was wiederum zulasten von Innovationen im Bereich der Produktion und bei den Fertiggütern geht, letztlich also das wirtschaftliche Wachstum hemmt.

4. Weil sich die gesamtwirtschaftliche Produktion zugunsten kapitalintensiver Fertigungen ändert - es findet eine Substitution von Arbeit durch Kapital statt -, werden Arbeitsplätze vernichtet.

5. Der Schuldendroge verfallene Staaten werden angesichts der Niedrigzinsen ermuntert, weitere Staatsanleihen zu begeben, anstatt Einnahmen und Ausgaben in das Gelichgewicht zurückzuführen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

– Daher bringt eine Nullzinspolitik keine Vorteile.

– Siehe Anmassung, zentralbankliche, Blase, spekulative, Carry Trades, Enteignung, kalte, Finanzinvestition, Fragmentierung, Führung, verbale, Krise, zentralbankbewirkte, Liquiditätsfalle, Negativzins, Niedrigzinspolitik, Phillips-Theorem, Blase, spekulative, Immobilienblase, Tarnkappen-Politik, Tresorboom, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Zinsallokations-Funktion, Zinsdifferenzgeschäft, Zinssatz, niedrig gehaltener, Zinsgarantiereserve, Zinsuntergrenze.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 2012, S. 22 ff. (Auswirkung sehr niedriger Zinssätze auf die Geldnachfrage; Übersichten; Literaturhinweise), Vgl. Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 42 ff. (Niedrigzinspolitik reizt zum Eingehen höherer Risiken; Versicherungen sind von Niedrigzinspolitik besonders betroffen).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nullzinsgrenzen-Doktrin (theory of zero interest limit):

Die Lehrmeinung, dass eine Zentralbank machtlos geworden sei, wenn sie den Zinssatz auf null gesenkt habe. - Diese Behauptung ist empirisch klar widerlegt. Denn der Zinssatz ist nicht der einzige Weg, über den die Geldpolitik auf die Wirtschaft einwirkt. Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise haben die Zentralbanken durch Quantitative Easing trotz Nullzins dem fast völlig ausgetrockneten Interbankenmarkt gezielt Liquidität zugeführt und damit die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe grundsätzlich unterstützt. Eine andere Frage ist freilich, wohin die Kredite der Banken flossen; in den Krisenstaaten der EWU leider am wenigsten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. - Die aus der falschen Nullzinsgrenzen-Doktrin abgeleitete Forderung - im Frühjahr 2010 sogar seitens des Internationalen Währungsfonds zum hellen Entsetzen der Nationalökonomen und Zentralbanker vorgetragen -, die Zentralbanken sollten eine höhere Inflationsrate zulassen, um eine grössere Spanne in der Zinspolitik zu erreichen, ist unbedacht. Preisstabilität, nämlich die Erhaltung der Masstabeigenschaft des Geldes, ist ein wichtiges öffentliches Gut, nicht zuletzt auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

– Siehe Enteignung, kalte, Fragmentierung, Geldwertstabilität, Negativzins, Repression, finanzielle.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Number Cruncher, Zahlenakrobat und Datenvirtuose (to crunch = hier: to process numerical or mathematical data):

In Bezug auf die Geldpolitik von einer Zentralbank gesagt, die sich nicht allein an von ihr selbst)festgelegten Schlüsselzahlen ausrichtet, sondern darüber hinaus oder gar vornehmlich einen weiten Umkreis von Statistiken analysiert und ihrer Politik zugrunde legt.

– Siehe Aussenhandel, Aussenhandels-Statistik, Zwei-Säulen-Prinzip.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Numismatik und Numismatologie (numismatics, numismatology):

1 Allgemein die Geldgeschichte als historische Hilfswissenschaft, die sich mit vergangenen Zahlungsmitteln befasst (the science of coins, tokens, medals, paper money, and objects closely resembling them in form or purpose). Sie widmet sich im Zuge dessen auch den früheren Geldtheorien sowie der Berechnung der Kaufkraft alten Geldes.

2 Im engeren Sinne die Erforschung sämtlicher Umstände vergangenen (Münz)Geldes.

3 Inbegriff für das Sammeln alter Münzen und Medaillen. Schätzungen gehen davon aus, dass auf bestimmten Segmenten des Marktes für alte Münzen bis zu neunzig Prozent Fälschungen im Umlauf sind.

– Siehe Denkgeld, Doublé-Münze, Geldkunde, Gulden, Kontorniaten, Konventionsgeld, Medaille, Münze, historische, Nonvaleurs, Numismatographie.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Numismatographie (numismatography):

Die Beschreibung und geordnete Darstellung der Münzsysteme (the part of numismatics concerned with the description and classification of coins).

– Siehe Numismatik.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nummernkonto (number[ed] account, number custody account):

Jedes Konto bei einer Bank, das nicht unter dem Namen und der Anschrift des Kunden, sondern alleinig unter der Kontonummer geführt. Bei Eröffnung des Kontos wird allerdings - im Gegensatz zum anonymen Konto - eine Identitätsprüfung durchgeführt. Die Verbindung zwischen der Kontonummer und dem jeweiligen Kontoinhaber ist nur einem kleinen Kreis leitender Mitarbeiter einer Bank bekannt (only a few members of the executive staff know the identity of the customer; the other employees have no way of knowing who an account belongs to based on a number). - In Deutschland sind Nummernkonten nach § 154, Abs. 2 AO verboten.

– Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Geld, schmutziges, Geldwäsche, Hawala, Identitätsprüfungspflicht, Informationspflicht, Innominat, Kontenoffenlegung, Kontensperre, Konto, anonymes, Nominee, Offshore Finanzplätze, Pasion-Falle, Registriergeld, Zahlungsverkehrsverordnung, Zinsinformationsverordnung, Zweitausweis.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

NYSE:

Auch im Deutschen übliche Abkürzung für New York Stock Exchange, der bis anhin die Leitlinie auf der ganzen Welt bestimmenden Neuyorker Effektenbörse. Am 8. März 2006 ging die NYSE nach 214 Jahren ihrer Geschichte selbst an die Börse. Eine Verschmelzung mit der Börse in Frankfurt am Main wurde zu Jahresbeginn 2012 seitens der EU kartellrechtlich untersagt.

– Siehe Big Board, Committee on Admission, Dual Listing, Multijurisdictional Disclosure System, Nasdaq, Organidentität, Wall Street.

– Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2007, S. 67 ff. (Strukturelle Veränderungen am Aktienmarkt und Konsolidierung der Börsen; S. 69 f.: NYSE Euronext).

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen

NZB-Geschäftstag (NCB business day):

Bei der EZB jeder Tag, an dem die nationale Zentralbank eines bestimmten Mitgliedstaats zur Ausführung von geldpolitischen Operationen des Eurosystems geöffnet ist. - Sollten Zweigstellen der nationalen Zentralbank in einigen Mitgliedsstaaten an NZB-Geschäftstagen aufgrund eines lokalen oder regionalen Bankfeiertages (bank holiday) bzw. gar mehrerer Tage (period when banks in general are closed) geschlossen sein, so muss die betreffende nationale Zentralbank die Geschäftspartner vorab über die Regelungen bezüglich der Geschäfte mit diesen Zweigstellen benachrichtigen.

Quelle: Professor Dr. Gerhard Merk, Siegen